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Auswandern nach Südamerika mit 300 Dollar

December 20th, 2009 · Keine Kommentare

Ich hab mal so ein wenig auf den Auswandererseiten rumgestöbert und da ist mir ein Artikel ins Auge gesprungen, der vielen, die über wenig Startkapital¨ zum Auswandern verfügen, Mut machen könnte.

Besagter Artikel mit dem Titel „Try a New Life in Cuenca, Ecuador – for $300 a Month” erzählt den Umzug einer amerikanische Familie von Colorado nach Cuenca in Ecuador. Die Überschrift hinkt allerdings, den der Autor erwähnt später, dass allein schon eine Wohung zwischen 200 und 400 US$ in Cuenca kostet. Er zahlt 300 US$, daher wohl auch der Titel.
Danach folgt eine kitschig schöne Story über die Vorzüge der Stadt und des Landes. Man merkt halt direkt der Mann hat keine Ahnung was wirklich in dem Land vorgeht. Wie so oft rotten sich, sei es in Lateinamerika oder in asiatischen Auswandererländern die jeweiligen Landesgenossen zusammen, meistens den ganzen Tag vor sich hin saufend und jammern nach ein paar Monaten über das Sch…land.
Die Webseite ist sowieso eine Ansammlung von Augenwischerei, wie es fast alle Auswandererseiten sind, die nur das beste über das jeweilige Land hervorkehren. Der schlechtere Part, oder sagen wir die Realität bleibt den Auswanderungswilligen verborgen. Allerdings muss man fairerweise zugeben, dass es an jedem selbst hängt, ob er sich entsprechend informiert oder nicht, oder lieber bevorzugt blauäugig und geblendet in die Falle zu tappen. Und das wird er mit Sicherheit, wenn er nur auf solche Artikel anspringt. Wir sehen das hier in Südamerika nur zu oft. Die Leute kommen im warmen Sommer, sehen die schönen Strände und das lockere, gesellige Leben und verlieben sich in das Land, ob mit Geld oder ohne. Dann wird direkt ein Haus oder Land gekauft und im Winter schlägt die harte Wahrheit in Form von Kälte und Feuchtigkeit zu. Der Papierkram, der wie angekündigt in ein paar Wochen erledigt ist, zieht sich eventuell über Jahre und der Frust steigt. Einige sind ganz wagemutig und siedeln weit raus aufs Land. Nach ein paar Monaten schreien sie via Internet um Hilfe, die Einsamkeit sei zu erdrückend.

Ist Ecuador ein billiges Auswandererland
Ecuador ist billig im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern, doch mit der Sicherheit und der Korruption sieht es da schon ganz anders aus. Ecuador liegt weltweit auf  den hintersten Rängen in dieser Hinsicht
Nimmt man den Preisvergleich mit Uruguay so schneidet Ecuador gut ab, mit Panama verglichen schon nicht mehr so. Wegen der Sicherheitslage und der Korruption würde ich dann doch Panama vorziehen – als Naturliebhaber wiederum Ecuador. Nicht so einfach.
Speziell die Stadt Cuenca hat es dem o. g. Auswanderermagazin besonders angetan. Vielfach Nordamerikander und Kanadier (Bericht) haben sich hier niedergelassen. Eine nicht unbedingt repräsentative Gesellschaftsschicht.

Kann man mit 300 Dollar im Monat in Lateinamerika leben
Also eines ist sicher, man kann mit 300 US$ in verschiedenen Ländern Lateinamerikas im Monat leben, doch wird man da schon an den Einwanderungsbestimmungen scheitern, die in allen Ländern ein Vielfaches des Betrages an Einkommen im Monat als Beweis forden. In Uruguay sind es 500 US$ pro Kopf, in Costa Rica wurde sie Summe auf 1.000 angehoben und in manche Ländern kommt man gar nicht rein ohne gross zu investieren. Natürlich gibt es Tricks das zu umgehen, und wenn man seine Cedula erhalten hat, schert es keinen mit was oder mit wie viel man lebt, doch ist es bis dahin ein langer Weg, und diejenigen, die einem bei der Einwanderung behilflich sind tun das bei weitem nicht umsonst.
Übrigens kann ich mir kaum vorstellen, dass Amerikaner oder Kanadier selbst hier in Südamerika mit 300 Dollar im Monat auskommen. Auch hier gibt es Strom, Kabel, Internet, Auto,Versicherung, Wasser, ach ja und essen muss man auch zuweilen. Mit 300 Dollar Monatseinkommen gehört man auch in Lateinamerika nicht zur Mittelschicht.

Webseite hilft beim Vergleich von Lebenshaltungskosten

Tags: Leben im Ausland

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