Nach einem kurzen Abschwung scheint´s da wieder voll raufzugehen. Wenn man sich einmal mit dem internationalen Kunstmarkt und seinen Anlagemöglichkeiten auseinandersetzt, da kann einem schon schwindlig werden. Rasanten Aufstiegen mit Rekordumsätzen folgen, nicht zuletzt bedingt auch durch die Wirtschaftkrise weltweite Einbrüche. Gerade erst ging die angeblich grösste Messe für moderne Kunst, die Art Basel Miami Beach, zu Ende. Die Messe wurde erheblich vergrössert und Glanz und Glamour waren präsent wie eh und je. Zwar läuft es nicht mehr so wie in den Boomjahren der Branche 2003 bis 2007, doch sprechen die Händler von Verkäufen, nicht superteuer aber immerhin. 50 Milliarden US$ beträgt der Markt nach Schätzungen von Experten. Doch der Kunstmarkt lebt nicht nur vom Geld allein. Menschliche, vielfach primitive, Leidenschaften toben sich auf diesem elitären Markt aus. Das Besser sein, oder mehr besitzen und haben wollen als der andere, wird fast nur noch auf dem Automarkt übertroffen. Wer IN sein will, muss hier tätig werden und investieren, wenn er auch keinen blassen Schimmer hat, was er da eigentlich kauft. Zum Investieren findet sich ja dann auch genügend. Wer in jetzt noch junge, unbedeutende Künstler investiert, kann morgen ein gemachter Mann sein. So war´s auch schon vor der Krise. Das Wort Kunst in seiner Orginalität verblasst dabei zusehends. Im Vordergrund steht das Geld, der Gewinn, die Anlage oder die Spekulation. Was bedeutet dem Käufer schon das Kunstwerk an sich. Vielfach wird er es nicht einmal bei sich aufhängen und betrachten, sondern geschützt einlagern und warten bis die Preise steigen. Ok, jedem das seine.
Wirtschaftskrise,Anlage Kunst und Investition
Während der Krise haben sich die Anleger besonders in den USA weitegehend zurückgehalten. Die Rettung der Banken stand im Vordergrund. Vielleicht wollte man auch nicht gerade zu dieser, für viele schweren Zeit, den Grosskotz heraushängen lassen. Nun das scheint wieder passé zu sein.
Grosse Auktionshäuser, die noch vor kurzem an ihre Klienten millionenschwere Garantiesummen zahlen mussten, machen jetzt wieder Umsatzgewinne und übertreffen Zahlen aus alten Boomjahren. Wichtig ist es einen langen Atem zu haben. Angebote gibt es genügend und Geld auch. Die grossen Meister sind nicht unbedingt ein Spekulationsobjekt und kommen sowieso nur selten auf den Markt. Wer solch einen Schatz sein Eigen nennt, der will ihn behalten. Sollte er im Besitz eines Museums sein, kommt er solange sich keine Schulden anhäufen eh nicht auf den Markt.
Ein grosser Vorteil für den Kunstmarkt ist die Globalisation, denn vor allem Investoren aus den asiatischen und osteuropäischen Ländern, Leute, die sehr schnell zu sehr viel Geld gekommen sind, halten den Laden auf Trab.
Die grössten Kunstmärkte der Welt
Die beiden grössten Kunstmärkte sind immer noch die USA und Grossbritanien, doch China, das noch den Status eines Entwicklungslandes besitzt, hat Frankreich überholt. Die Gegenwartskunst ist derzeit der Renner. Die Reichen und Superreichen in unserer Welt, wir beziehen uns rein auf das materielle Kapital, nehmen fast schon proportional zu der Armut zu. Schnelle Gewinne mit Rohstoffhandel, Warentermingeschäften, ausbeuterischen Unternehmungen vereinigen Milliardensummen in wenigen Händen. Da es immer mehr werden muss, eignet sich der Kunstmarkt hervorragend dort sein Kapital noch zu mehren. Das ganze läuft noch nicht ganz rund, aber mit Sicherheit bald wieder wie in alten Zeiten.
Werke von Warhol, Hirst, Kandinsky und Munch stehen wie immer hoch im Kurs. Hinzu kommen für den Laien exotische Namen aus China wie Zhang Xiaogang oder Yue Minjun (die teuersten chinesischen Maler ).
Aus anderen Ländern, die früher eher weniger auf dem Kunstmarkt in Erscheinung traten, kommen neuerdings Plastiken und Werke, die die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich lenken. Das gilt sowohl für die Käufer, als auch für Künstler. Gute Beispiele dafür sind Argentinien, wie überhaupt Südamerika, die Türkei und Indien. Auch der Schwarze Kontinent geizt nicht mehr. Der zunehmende Reichtum, eine bessere Erziehung und Ausbildung geben den Ausschlag für den Aufschwung.
Auf jeden Fall mitbieten kann jeder. Die Webseiten der grossen und kleinen Auktionshäuser in aller Welt sind vernetzt. Jetzt braucht es nur noch den richtigen Riecher und natürlich das notwendige Kapital und schon kann man munter mitmischen.
Übrigens gibt es da eine These, die behauptet: wenn die Museen anstatt Bilder zu erwerben diese untereinander tauschen würden, die Preise für Kunst böse in den Keller sinken würden. Na das wollen wir für die Anleger doch nicht hoffen, dass diese plötzlich auf solch eine Idee kämen.
Ein toller Artikel über den Aufschwung auf dem Kunstmarkt ist in der El Pais.com.uy zu finden.
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