Das soll allerdings nicht heissen, dass man gleich den richtigen Job für´s Leben finden muss. Eher geht es wohl darum mit dem was man tut eine gewisse Zufriedenheit zu erreichen. Mit dem Alter spielt der Wert des Geldes in meinen Augen in immer bedeutungslosere Rolle (andere sehen das anders). Natürlich braucht man es, einen gewissen Lebensstandart ist man schliesslich gewöhnt, wenn nicht schon von Haus aus, dann doch spätestens ab dann wenn man beginnt die Werbung zu verstehen, „erkennt“ man den „wahren“ Sinn des Lebens. Es wird dann zusehends deutlicher welches die wirklichen Ziele im Leben sind. Jetzt steht nur noch die Frage im Raum, wie bekomme ich das alles? Sind es nicht die Eltern, die schon früh dafür sorgen, dass sie Kids immer Top sein müssen? Zu einer Entwicklung der persönlichen Freiheit kommt es in vielen Fällen gar nicht mehr. Selbst Dreijährige müssen heute schon in Zusatzkurse an den Wochenenden. Das Arbeitsleben steht ja bald schon vor der Tür und da heisst es prepariert sein. Hat man dann die „richtige“ Berufswahl für sich getroffen (oder getroffen bekommen), so gibt es kein Halten mehr, egal ob man will oder nicht. Ein Aussteigen ist nicht mehr drin, schliesslich gilt es ja die früh eingebläuten „wichtigen“ Normen und Wertmassstäbe zu erfüllen. Doch muss man diesen Wahnsinn eigentlich mitmachen? Es scheint fast so als ja. Betrachtet man sich die Wirtschaftskrise, so ist zwar fast alles wieder beim Alten, doch einige der ehemaligen Topmanager sind auch umgeschwenkt und haben ihren Arbdeitsplatz und ihr Leben geändert. Zwar war das in diesem Falle eher unfreiwillig, doch wurde es gemacht. Andere, die solche unfreiwilligen Veränderungen durchgemacht haben erlitten vielleicht einen Unfall, eine Scheidung oder wurden geschäftlich aufs Kreuz gelegt.Die meisten unter uns würden aber mit Sicherheit nicht freiwillig ihren Arbeitsplatz zu Gunsten eines einfacheren Lebensstiles wechseln. Zu verflochten sind die Zwänge durch Kredite, Hausbau, Schulden und soziale Verpflichtungen. Die Angst ist es, die uns im Nacken sitzt. Die Angst vor einem neuen, anderen Leben, das frei (er) von oberflächlichen Zwängen ist, die unser gesamten Leben von 6 bis zum Tode bestimmen.
Doch was würden wir machen, wenn wir wüssten, dass unser Leben in genau drei Jahren zu Ende ist. Würden wir dann weitermachen wie bisher, oder würden wir bewusst nach einer Veränderung in unserem Leben suchen? Mit Sicherheit das Letztere, oder? Eines ist sicher, wir werden nichts wie die Pharaonen mit ins Grab nehmen, warum also der ganze Stress? Eines der schönsten und intensivsten Bücher, das sich mit oberflächlichem Leben in Luxus und der Suche nach der Wahrheit beschäftigt, ist Siddhartha von Herman Hesse. Es lohnt sich vielleicht dort zu suchen.
Das Leben ist zu kurz, um die falsche Arbeit zu beginnen
December 3rd, 2009 · 5 Kommentare
Tags: Entscheidungen · Finanzen
5 Antworten bis jetzt ↓
1 Admin // Dec 5, 2009 at 11:43
…und vor allem, um die falsche Arbeit weiterzumachen, wenn man denn schon weiß, dass es die falsche ist. Aber es ist nicht einfach, aus dem Hamsterrad herauszukommen und auch bei vielen Aussteigern aus dem System ist nicht alles Gold, was glänzt.
2 Admin // Dec 5, 2009 at 11:44
Schöner Artikel, Martin.
3 Chris // Dec 12, 2009 at 22:15
Grandios! Habe schon lange keinen Text mehr gelesen über Lebensphilosophie und die richtige Berufswahl.
Doch wie findet man in jungen Jahren (während des Studiums) heraus, was einem wirklich Spaß macht, um rechtzeitig den Grundstein zu legen?
4 Oliver Rumpf // Dec 15, 2009 at 20:19
Hallo,
da die meisten nicht wissen, was der “Zweck Ihrer Existenz” ist empfehle ich das Buch “Das Cafe am Rande der Welt” von John Strelecky
sowie “The big Five” ebenfalls von John Strelecky.
Nach dem Lesen des Buches wurde mir auch klar, warum so viele Menschen traurig, abgeschlagen, kraftlos und unglücklich durch die Welt laufen.
Nur wer seinen ZDE (Zweck Deiner Existenz) kennt, kann mit einem erfüllten Gefühl den Tag beenden und den neuen mit Schwung und Begeisterung beginnen.
Auch das Zitat “Wer kein eigenes Ziel hat, lebt für das Ziel eines anderen” umschreibt die Situation vieler.
Ich wünsche jedem, daß er die Betätigung findet, die seinem ZDE entspricht und er seine “Big Five” erreicht …
Oliver Rumpf
5 Komplexität des Lebens: von den Idealen, der Liebe und den Maschinen | Persönliches Wachstum für motivierte Menschen // Dec 26, 2009 at 10:49
[...] frei“ (dort wo er hängt ist er der blanke Zynismus), durchaus als wahr annehmen. Es gilt die richtige Arbeit zu finden. Früher war das etwas einfacher. Die Zünfte regelten das Notwendige und gaben [...]
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