Warum Sie Ihre wahren Bedürfnisse und Sehnsüchte nicht verstecken sollten!

Verstecken Sie manchmal Ihre wahren Bedürfnisse vor anderen – vielleicht, weil sie Ihnen peinlich sind und nicht der Norm entsprechen?

Geben Sie vielleicht vor, eine Sache zu wollen, still und heimlich wollen Sie jedoch etwas anderes?

Möchten Sie z. B. einen neuen Lover oder mit jemandem einfach nur das Bett teilen, vermitteln jedoch potenziellen Partnern den Eindruck, zuerst nur daten zu wollen?

Möchten Sie vielleicht viel Geld verdienen, teilen jedoch Ihrem Umfeld mit, mit Ihrer derzeitigen Karriere zufrieden zu sein?

Teilen Sie Ihre wahren Wünsche klar und deutlich mit oder halten Sie sie zurück und senden Ihrer Umwelt eine komplett andere Botschaft? Machen Sie sich irreführender Werbung schuldig, indem Sie entweder falsche Wünsche als Botschaft an die Welt senden oder Ihre wahren Wünsche gar nicht mitteilen?

Konsequenzen, die auf Sie zukommen, wenn Sie Ihre Wünsche klar und deutlich mitteilen

Belassen Sie es nicht dabei, einfach für sich selbst eine Liste mit Ihren Zielen anzufertigen. Teilen Sie Ihre wichtigsten Ziele mit anderen. Lassen Sie Ihre Freunde und Bekannten wissen, welche Ziele zu realisieren und erreichen möchten – dies gilt insbesondere für Wünsche, deren Verwirklichung aus Ihrem sozialen Umfeld kommen könnte.

Wenn Sie dies tun, können Sie als Folge bestimmte logische Konsequenzen erwarten.

Erstens werden einige Ihrer Freunde Sie in Ihrer neuen Richtung unterstützen. Vielleicht machen sie Vorschläge, geben Ihnen Ressourcen an die Hand oder helfen Ihnen auf andere Weise, Ihr Ziel zu erreichen. Wenn Sie Ihre Ziele dagegen für sich behalten, können diese Freunde Ihnen nicht helfen. Wenn Sie jedoch aussprechen, was Sie möchten, geben Sie ihnen damit die Möglichkeit, Ihren dabei zu helfen, voranzukommen. Und natürlich können Sie Ihren Freunden, wenn diese ihre Ziele mitteilen, auch bestmöglich dabei helfen, diese zu erreichen.

Auf der anderen Seite werden einige Ihrer Freunde eher neutral reagieren. Sie interessieren sich vielleicht nicht besonders für Ihre neuen Einstellungen oder können Ihnen einfach nicht bei der Umsetzung helfen. Das ist kein Problem. Es ist einfach eine Situation, die Sie akzeptieren müssen.

Und höchstwahrscheinlich wird es auch Menschen in Ihrem Leben geben, die Ihre neuen Ziele ablehnen werden. Aus welchen Gründen auch immer werden sie nicht in der Lage sein, diese zu akzeptieren. Sie reagieren vielleicht mit Sarkasmus, Kritik oder auf andere nicht konstruktive Weise. Wenn Sie es sich genau überlegen, ist dies etwas, was für Sie von Vorteil ist. Diese Menschen legen offen, dass ihre Zugehörigkeit zu Ihrem sozialen Umfeld mit Ihrer neuen Richtung nicht zusammenpasst. Sie wissen also jetzt, an welcher Stelle sie vielleicht etwas aufräumen sollten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Freunde oder Familienmitglieder handelt – diese Menschen machen deutlich, dass sie Ihre neue Richtung nicht akzeptieren können und nicht gewillt sind, Sie auf Ihrer Reise zu begleiten. Es wird sich auch im Allgemeinen als Zeitverschwendung herausstellen, sie zu überzeugen – seien Sie also nicht allzu anhänglich. Lassen Sie es einfach hinter sich und befreien Sie sich von diesem unnötigen Ballast, der Sie in Ihrem Impuls nach vorne zurückhält. Sagen Sie zu solchen Menschen: „Ich verstehe, dass du meine neuen Ziele nicht akzeptieren kannst. Ich werde dies jedoch nichtsdestotrotz weiterverfolgen. Wenn du mich also nur bremsen möchtest, werde ich dich in meinem Leben hinter mir lassen. Entweder du wirst diesen neuen Teil von mir zu akzeptieren lernen oder wir müssen in zwei getrennte Richtungen gehen und mit gutem Gefühl auseinandergehen, ok?“

Ein persönliches Beispiel

Ich habe vor einiger Zeit für mich entdeckt, dass traditionelle monogame Beziehungsformen für mich in meiner momentanen Lebensphase nicht akzeptabel sind. Wenn ich mit einer Partnerin zusammen war, stand ich vor der Wahl, sie anzulügen, und ihr meinen Wunsch nach Treue mitzuteilen, der nicht der Wirklichkeit entsprach. Oder ihr die Wahrheit zu sagen, dass ich mich nach sexueller Abwechslung sehnte, und damit die Beziehung zu gefährden – eine Beziehung, die ja im Moment sowieso auf einer Lüge aufbaute. Ich habe mich dazu entschlossen, ehrlich zu sein.

Wie vielleicht zu erwarten war, konnte meine damalige Lebenspartnerin mein wahres Ich nicht akzeptieren, respektierte jedoch meine Ehrlichkeit und wir haben bis heute ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Auch andere Menschen aus meinem Umfeld haben sich mit teilweise wüsten Beschimpfungen nicht zurückgehalten – Menschen, von denen ich dies nicht erwartet hätte. Andere hingegen haben auf meine neue Ehrlichkeit und Offenheit selber mit Ehrlichkeit und Offenheit reagiert, sodass sehr viel intensivere Freundschaften entstanden sind. Ich habe von diesen sehr viel Unterstützung, Ratschläge und Ermutigungen erhalten (etwas, das bis heute anhält). Ich war überrascht, wie viele Menschen zu dieser Gruppe gehörten. Aus der zweiten, ablehnenden Gruppe kam nicht viel konstruktive Kritik. Es waren überwiegend Menschen, die mich nur oberflächlich kennen, aber sich in dieser Hinsicht nicht mit lauten Beschimpfungen zurückgehalten haben. Ich habe also nicht wirklich Freunde verloren. (Eher Freunde gewonnen.) Die meisten Menschen gehörten jedoch eher zur dritten Gruppe, die einfach neugierig abwarteten, was wohl passieren würde und einfach eine offene Einstellung hatten.

Nachdem ich mich von meiner alten Partnerin getrennt hatte, dauerte es nicht lange, bis jemand Neues in mein Leben trat. Meine neue Lebenspartnerin ist Argentinierin und wir haben jetzt seit gut zwei Jahren eine glückliche offene Beziehung miteinander, in der wir einfach der absoluten Ehrlichkeit zueinander einen höheren Stellenwert einräumen als der exklusiven Benutzung unserer Geschlechtsorgane.

 

Was sind Ihre wirklichen Bedürfnisse?

Um bewusst zu leben, müssen Sie oft sozial konditionierte Gewohnheiten und Verhaltensweisen hinter sich lassen, die für Sie nicht von Nutzen sind.

Im Bereich persönlicher Beziehungen zwingt Sie z. B. keiner dazu, dem traditionellen Dating-Muster zu folgen. Wenn Sie es lieben, Verabredungen zu haben, kann dieses Modell vielleicht genau das richtige sein. Wenn Sie Beziehungen jedoch lieber auf andere Weise aufnehmen, gibt es keinen Grund, warum Sie nicht von diesem Muster abweichen sollten.

Ich wurde z. B. schon einmal gefragt, ob ich es für sinnvoll halte, gleich beim ersten Date mit jemandem Sex zu haben. Mein Vorschlag darauf war, dass, wenn Sie einfach mit jemandem Sex haben möchten, auch das erste Date komplett weglassen und direkt zum Sex übergehen können. Konzentrieren Sie sich darauf, Partner anzuziehen, die das gleiche möchten. Teilen Sie nicht nach außen der Welt mit, dass Sie auf der Suche nach Verabredungen und Dates sind, wenn Sie einfach nur mit jemandem schlafen möchten.  Es gibt viele Menschen, die einfach zunächst eien sexuelle Verbindung aufbauen möchten – ohne die ganzen mit dem Dating-Muster verbundenen Komplikationen. Wenn die sexuelle Chemie dann passt, können Sie sich immer noch entscheiden, die Verbindung tiefer werden zu lassen. Diese Menschen wissen jedoch nicht, dass Sie der gleichen Meinung sind, wenn Sie sich über Ihre wahren Bedürfnisse ausschweigen und blind dem folgen, was sozial anerkannt ist.

Halten Sie nicht hinter dem Berg!

Teilen Sie Ihre wahren Bedürfnisse mit oder behalten Sie sie versteckt für sich?

Wie kann sich etwas realisieren, von dem Sie Angst haben, es offen mitzuteilen?

Wenn Sie Ihre Bedürfnisse nicht mitteilen können, heißt das doch, das es noch nicht wirklich Ihre sind. Wie sollen Ihre Wünsche Realität werden können, wenn Sie nicht über diese sprechen können? Wenn Sie diese erhalten möchten, lassen Sie es andere wissen. Wenn Sie es als notwendig erachten, Ihre Wünsche zu verstecken, bedeutet dies, dass Sie noch nicht bereit sind, ihre Erfüllung entgegenzunehmen.

Natürlich ist es mit Konsequenzen verbunden, Ihre echten Wünsche offen mitzuteilen. Eine dieser Konsequenzen ist es jedoch, dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass diese Wirklichkeit werden. All die scheinbaren negativen Konsequenzen werden irrelevant und bedeutungslos, wenn Sie die Verwirklichung Ihrer Wünsche genießen können.

Glauben Sie, dass meine Freundin und ich uns darum scheren, was andere darüber denken, wenn wir weitere sexuelle Partner ins Boot holen? Offenes und ehrliches Feedback und Kritik ist uns wichtig, aber wir werden wegen negativer Kommentare unsere Einstellung nicht ändern und uns nicht emotional herunterziehen lassen. Manchmal ist es auch lustig zu sehen, in welche selbstgemachten sozialen Gefängnisse sich andere Leute stecken. Und den Neid zu erkennen, der manchmal hinter Kommentaren wie „Ich muss einfach kotzen, wenn ich daran denke, wie untreu ihr euch seid“ steckt. Ja, viele Menschen ziehen es vor, sich anzulügen, statt einfach ehrlich ihre wahren Bedürfnisse kundzutun und die Konsequenzen zu tragen.

Glauben Sie wirklich, dass Ihnen wichtig ist, was andere denken, wenn Ihr Partner auf Ihrem Schoß sitzt, Ihre Ohren krault und Sie wissen, er akzeptiert Sie genau so, wie Sie sind, ohne dass Sie etwas verstecken müssen?

 

Hinweis:

Dieser Artikel basiert z. T. auf dem Artikel Broadcast your Desires von Steve Pavlina.

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In Harmonie leben

Die westliche Zivilisation trennt Bereiche des Lebens oft völlig voneinander ab? Wenn wir krank werden, gibt es eine Medizin für genau diese Krankheit, unsere körperliche Fitness hat nichts mit unserer Arbeit oder unserer Beziehung zu tun und wir können unter der Woche während der Arbeit noch so viele Leute ins Unglück stürzen, solange wir am Wochenende in die Kirche gehen und für unser Seelenheil beten. Wir selbst haben diese Aufteilung soweit verinnerlicht, dass wir uns deren offensichtliche Widersprüchlichkeit gar nicht mehr auffällt… aber, glauben Sie wirklich, dass Ihre Unzufriedenheit auf der Arbeit gar nichts mit Ihrer ständigen Krankheit und Depression zu tun hat oder damit, dass Ihre Beziehung nicht funktioniert?

Die Folgen einer solchen Trennung Ihrer Lebensbereiche bestehen daran, dass zwischen diesen ein Kampf um Ihre Ressourcen (hauptsächlich Ihre Zeit) entsteht. Sie müssen z. B. Ihrer Arbeit gerade viel Zeit widmen, vernachlässigen daher Ihre Beziehung, was wiederum dazu führt, dass diese in die Brüche geht. Die mit der Trennung verbundene psychologische Belastung führt wiederum dazu, dass Sie Ihre Arbeit vernachlässigen. Unser Ziel muss es sein, derartige negative Spiralen und Konkurrenz zwischen verschiedenen Lebensbereichen zu vermeiden und diese vielmehr so aneinander auszurichten, dass sie sich gegenseitig fördern. Das kann z. B. so aussehen: Sie haben eine Arbeit, die Sie erfüllt und in der Sie aufgehen. Genau das ist es, was Sie für einen zukünftigen Lebenspartner attraktiv macht, der Sie wiederum zukünftig in Ihrer Arbeit unterstützt, sodass Sie auch hier weiter wachsen. Wir müssen also weg von einem: “Unter der Woche arbeite, damit ich am Wochenende leben und Spaß haben kann und am Sonntag in der Kirche darüber nachdenken kann, welchen Sinn das Ganze macht” hin zu einem kongruente Leben, in der alle Lebensbereiche quasi fließend ineinander übergehen. Auf diese Weise entfällt die Notwendigkeit, Lebensbereiche gegeneinander auszubalancieren und Sie haben die Möglichkeit, 100 % Ihrer Ressourcen auf Ihre wirklichen Lebensziele zu verwenden.
Wie lässt sich dies erreichen? Überlegen Sie sich einmal, inwieweit Ihre Lebensbereiche kongruent sind. Das heißt, inwieweit Sie beispielsweise in Ihrer Arbeit die gleichen Ziele, Ansichten und Werte vertreten wie in Ihrer Beziehung oder Ihrer Freizeit, die Sie mit Freunden verbringen. Folgen Sie in allen Lebensbereichen den gleichen Regeln? Haben diese alle einen gemeinsamen “Norden”?
Wenn Sie es schaffen, die Ziele und Werte Ihrer verschiedenen Lebensbereiche aufeinander abzustimmen, kommt dies einer enormen Steigerung Ihrer Lebensqualität gleich. Sie müssen sich nicht mehr vor Ihrem Lebenspartner rechtfertigen, weil Sie viel Zeit mit der Arbeit verbringen, sondern ziehen mit diesem am gleichen Strang. Sie tun etwas und verrichten eine Arbeit, die Sie wirklich erfüllt, was wiederum positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit, Ihre Seele und schließlich auch auf Ihre Beziehung zu Ihrem Lebenspartner hat. Auf diese Weise verwandeln Sie die Konflikte, die vielleicht jetzt noch zwischen verschiedenen Bereichen bestehen, in Synergien um. Statt sich gegenseitig Ressourcen zu entziehen, verstärken und unterstützen sich die verschiedenen Bereich Ihres Lebens gegenseitig. Alle Bereiche sind miteinander verbunden.
Die in der westlichen Welt oft praktizierte Trennung verschiedener Bereiche Ihres Lebens ist eine Illusion. Ich höre beispielsweise immer wieder, wenn sich jemand von einem Partner trennt, dass er sich anschließend erst einmal in die Arbeit stürzen will… Glauben Sie wirklich, das funktioniert? Glauben Sie tatsächlich, Sie würden kreativ und produktiv arbeiten können, wenn Ihre Gedanken noch um den früheren Lebenspartner kreisen und Sie eine Trennung verarbeiten? Oder kommen Sie in einem Bereich Ihres Lebens nicht weiter und wissen Sie nicht recht, warum? Finden Sie vielleicht nicht den Lebenspartner, den Sie sich so sehr wünschen? Vielleicht liegt das einfach daran, dass Ihr Leben zu viele Widersprüche aufweist. Die attraktivsten Menschen sind in meiner Erfahrung diejenigen, die eine Persönlichkeit besitzen, die sich durch ihr gesamtes Leben zieht. Das ist nicht derjenige der von sich sagt: Eigentlich mag ich diese Arbeit nicht und vertrete auch nicht die gleichen Werte wie mein Arbeitgeber, aber ich möchte Karriere machen und brauche das Geld. Auch nicht derjenige, der mit seinem Partner zusammenbleibt, weil er Angst hat, vielleicht keinen neuen Partner mehr zu finden. Am attraktivsten sind Menschen, die lieben, was sie tun, die in ihrer Beziehung, in ihrem Beruf, in ihrer Freizeit die gleichen Werte vertreten und sich nicht verstellen müssen. Wenn Sie beruflich ausgefüllt sind und Ihre Tätigkeit Sie zutiefst befriedigt, Sie in Ihrer Freizeit das tun, wozu Sie wirklich Lust haben, wird der entsprechende Lebenspartner, der zu Ihnen passt, ganz von selbst auftauchen.
Wie können Sie Ihre Lebensbereiche aneinander angleichen, um schließlich in Harmonie zu leben?
Überlegen Sie sich, an welche Werte Sie glauben und inwieweit Sie diese in verschiedenen Bereichen Ihres Lebens vertreten. Ein solcher Wert wäre z. B. Ehrlichkeit. Sind Sie ehrlich in Ihrer Beziehung oder betrügen Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin. Sind Sie in Ihrem Beruf ehrlich oder Kaufen Kunden bei Ihnen nur, weil Sie Ihnen die wahren Eigenschaften Ihres Produkts verheimlichen? Sind Sie ehrlich mit sich selbst oder betrügen Sie sich, indem Sie sich einreden, dass die Nahrung, die Sie zu sich nehmen, ja nicht so ungesund sei, dass Sie ab morgen wieder Sport machen würden, etc. Überlegen Sie sich, wie Sie Bereiche, in denen Sie unehrlich sind, verändern können, um sie in Einklang mit diesem Wert zu bringen. Ein anderer Wert ist Verantwortung. Verantwortung für Ihr eigenes Handeln zu übernehmen, sollte in jedem Lebensbereich etwas Positives sein. Was aber müssen Sie tun, um diese Werte in verschiedene Lebensbereiche zu implementieren?
Das kommt darauf an, inwieweit die Bereiche Ihres Lebens bereits an Ihren universellen Werten ausgerichtet sind. Vielleicht müssen Sie Ihren Berufsweg nur ein wenig anpassen, um die richtigen Werte zu integrieren. Vielleicht wird es auch notwendig, Ihren eingeschlagenen Lebensweg in einigen Bereichen ganz neu zu überdenken und sich für etwas völlig anderes zu entscheiden…

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Mit dem Rauchen aufhören

Eigentlich dürfte ich das hier gar nicht veröffentlichen, aber ich habe vor etwa einem Monat wieder heftigst mit dem Rauchen angefangen – aus Gründen, die mein Weltbild nachhaltig erschüttert haben. Aber das soll Thema eines weiteren Beitrags sein. Hier geht es darum, diese Sucht wieder los zu werden.

P.S.: Wenn Sie das Forum zur Kommentierung dieses Beitrags nutzen wollen, melden Sie sich bitte zunächst in der Navigationsleiste links an bzw. registrieren Sie sich.

Ich möchte daher mit Ihnen ein kleines Experiment starten, das mit der folgenden Behauptung beginnen soll: Ich habe vor 5 Minuten meine letzte Zigarette geraucht. Die Idee ist, möglichst viele Menschen dazu zu motivieren, diesen Gedanken mit mir zu teilen und mir auf diese Weise dabei zu helfen, auf Dauer von dieser Sucht los zu kommen. Ich glaube daran, dass je mehr Leute mitmachen oder unsere hoffentlich wachsende Gruppe an werdenden Nichtrauchern gedanklich unterstützen, desto größer ist die Chance, erfolgreich zu sein.

Kurz zu meiner Vergangenheit als Raucher: Ich bin mit etwa 20 Jahren das erste Mal aktiv mit Zigaretten in Kontakt gekommen, wobei es mich etwa 2 Jahre erfolglose Versuche gekostet hat, endlich beim ersten Zug an der Zigarette nicht mehr zu husten. Die folgenden 7-8 Jahre war ich überwiegend Nichtraucher mit kurzen Etappen des Partyrauchens (also Rauchens unter Alkoholeinfluss). Nur zu Zeiten des Uni-Examens gab es mal eine Phase des erhöhten und fast täglichen Zigarettenkonsums, der morgens mit der ersten Tasse Kaffee anfing. Der nächste intensive Kontakt kam zu Beginn meiner Reise nach Südamerika, weil meine damalige Freundin geraucht hat. Wobei das gleich wieder zwei Fragen in mir weckt:

1. Wie groß ist der Einfluss des jeweiligen Lebenspartners, d. h. inwieweit erschwert ein rauchender Partner den eigenen Abstinenzversuch bzw. inwieweit verführt ein rauchender Partner dazu, mit dem Rauchen überhaupt erst anzufangen? und

2. Inwieweit spielt der Zigarettenpreis eine Rolle? Ich habe z. B. in Argentinien angefangen zu rauchen, wo eine Packung Zigaretten auch heute noch etwa 0,50 bis 0,80 ? kosten.

Nun denn, ich wohne zur Zeit mit einem ziemlich starken Raucher zusammen (WG-Zimmer in Salta), der etwa 2-3 Schachteln am Tag verquarzt (Wie schwer ist es aufzuhören, wenn man mit rauchenden Menschen zusammen wohnt?). Trotzdem habe ich nach einer rauchenden Zeit in Uruguay in Argentinien nach ziemlich starkem Husten etwa 2-3 Monate gar nicht geraucht, danach aber vor 1 Monat wieder angefangen.

Und jetzt ist Tag 0 des Nichtrauchens gekommen. Ich werde, sofern es Internet und Zeit erlauben, hier möglichst tagesaktuell die Situationen beschreiben, in denen es mir schwer gefallen ist, auf die Zigarette zu verzichten.

  • Tag 0: Hostel in Montevideo. Montag. Verbringe den Abend mit dem Abend mit dem Schreiben von Beiträgen. Wollen gleich noch mit mehreren Leuten in die Kneipe. Bin schon gespannt, ob ich es überhaupt bis morgen durchhalte, nicht zu rauchen.
  • Tag 1: Der erste Tag der Wahrheit. Heute morgen gab es keinen Kaffee mit Kippe, sondern einen ganzen Liter Orangensaft zum Frühstück. Es ist komisch, aber ich fühle mich gleich glücklicher…jetzt beim Arbeiten am PC fehlt die Zigarette schon, aber jetzt heißt es: Durchhalten. Heute abend beim Bierchen auf der Terasse des Youth Hostels in Monte erstaunlich wenig Zigarettenbedürfnis, obwohl – mir gegenüber sitzend – ein nettes Mädel raucht. Wenn das heute noch mehr wird und ich den Zigarettengeschmack wieder in den Mund bekomme, oh je… Surprised
  • Tag 2: Jetzt geht der Husten wieder los…aber das hat einen großen Vorteil: Ich habe keine Lust auf Zigaretten mehr. Habe heute durchgehalten, obwohl mir zeitweilig nach dem Essen in der Fussgängerzone schon Lust gekommen ist, mir eine anzustecken. Auch heute abend nichts… und nein, gestern ist nichts weiter passiert…
  • Tag 3&4: Ich war gestern den ganzen Tag unterwegs, weil ich mit dem Bus von Montevideo nach Rosario gefahren bin, um eine Freundin zu besuchen und bin sehr stolz auf mich, dass ich auch in den Pausen und als dem Fahrer das Benzin ausgegangen ist :-) , nicht zur Zigarette gegriffen hab…
  • Tag 5: Heute scheint die Sonne, ich war viel im Park unterwegs…irgendwie wird es immer einfacher. Ein Bedürfnis nach Nikotin stellt sich nicht mehr ein, eher ein Ekel vor Zigarettenrauch.
  • Tag 6: Am Wochenende war ich auf einer Party mit vielen Rauchern unterwegs und gerade unter Alkoholeinfluss ist die Versuchung manchmal groß, zur Zigarette zu greifen. Da heißt es Willenskraft zu zeigen und sich selbst zu verdeutlichen, welche Vorteile es hätte, jetzt wieder anzufangen: GAR KEINE.
  • Tag 7-9: Wenig Neues: Ich habe eigentlich gar kein Bedürfnis mehr, eine Zigarette zu rauchen, muss aber zugeben, dass ich im Moment auch nur von Nichtrauchern umgeben bin.
  • Tag 180: Ich weiss nicht, ob dies hier überhaupt noch jemand liest, aber heute ist es ziemlich genau 180 Tage her, dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Ja, ich war manchmal in Versuchung und bin es auch heute noch. Ich habe für mich selbst die Erfahrung gemacht, dass es viel, viel schwieriger ist, wenn man mit rauchenden Personen zusammen ist, bzw. sogar zusammen wohnt. Ich glaube, es wäre für mich ein unmögliches, aufzuhören, oder auch einfach nur das Nicht-Rauchen durchzuziehen, wenn ich mit einer rauchenden Partnerin zusammenwäre… -> das wäre ja schon ein Grund mehr für Frauen, mit dem Rauchen aufzuhören Smile. Nein, im Ernst, ich bin froh, so lange durchgehalten zu haben, und fest entschlossen, es auch weiterhin zu tun.

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10 gute Gründe, Deutschland (zeitweilig) zu verlassen

Ich bin in meinem Artikel Leben und Arbeiten in Südamerika schon teilweise darauf eingegangen, warum ich ein zumindest zeitweiliges Leben im Ausland für hilfreich für die persönliche Entwicklung halte. Im Folgenden finden Sie 10 Gründe, die diese Meinung untermauern sollen und dafür sprechen, Deutschland für eine Zeit oder für (wie bei mir) schließlich auf unabsehbare Zeit den Rücken zu kehren.

1. Verlassen eingefahrener Denkmuster

Ein (zeitweiliges) Leben im Ausland ermöglicht es Ihnen, die Welt einmal aus einer anderen Perspektive und mit Abstand von Ihrem Leben im (reichen) Westen zu sehen. Sie werden erfahren, dass die Probleme, mit denen Sie sich tagtäglich beschäftigen, im Gegensatz zu den Problemen, die der Großteil der Menschheit hat, verhältnismäßig gering sind. Dies wiederum hilft Ihnen dabei, Ihren eigenen Lebensweg neu zu orientieren und sich dabei weniger auf kurzfristige Probleme zu konzentrieren, sondern aus der Ferne langfristige Ziele zu definieren, die Sie bei einer eventuellen Rückkehr verwirklichen können. Ich empfehle Ihnen, Gedanken zu diesem Thema schriftlich festzuhalten. Einmal, weil es dabei hilft, wirklich konkrete Ideen zu entwickeln und zum zweiten, um diese später nicht aus den Augen zu verlieren.

2. Erwerb wichtiger Qualifikationen und hervorragende Gelegenheit, in die Selbstständigkeit einzusteigen.

Sprachen und Internationalität gehören zu den Schlüsselqualifikationen der Zukunft. Wer sich problemlos auf internationalem Parkett bewegen kann, hat gegenüber dem, der immer nur zu Hause war einen großen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Wenn Sie sich selbstständig machen wollen und dabei einen Bereich wählen, in dem Sie Ihre Arbeit komplett über das Internet leisten können, bietet Ihnen das Ausland (wie bei mir Argentinien und Uruguay) zudem die hervorragende Gelegenheit, dieses einmal auszuprobieren. Hier leben Sie relativ günstig und sind so in der Lage, die schwierige Startphase mit geringem Einkommen zu überleben. Ich selbst habe insgesamt etwa Ausgaben von 500 € im Monat, von denen ein Großteil zudem auf Versicherungen und (noch) laufende Kosten in Deutschland fallen. Mit einem Startkapital von 10000 € können Sie sich also fast zwei Jahre Zeit geben, in Ruhe Ihr Internet-Geschäft aufzubauen.

3. Freundschaften

Wer einmal eine Zeit lang im Ausland war, wird Freundschaften besser beurteilen können und wahre Freunde zu schätzen wissen, die einem auch aus der Ferne über Einsamkeit hinweg helfen. Es geht dabei weniger darum, mit wem man sich wie oft E-Mails austauscht, sondern vielmehr um das Gefühl das sich bei Menschen einstellt, die auch nach längerer Zeit noch zu einem halten. Außerdem kann es unheimlich bereichernd sein, Freunde in der ganzen Welt zu haben. Wenn Sie z. B. mit einem Freund aus dem Iran diskutieren können, werden Sie ein ganz anderes Bild über die politische Situation und das Leben der Menschen dort entwickeln können, als wenn Sie sich noch so gut aus westlichen Medien informieren.

4. Zeit, sich selbst kennen zu lernen

Speziell auf Reisen gibt es immer wieder Situationen, in denen Sie viel Zeit mit sich selber verbringen müssen. Das können z. B. Wartezeiten, lange Zeiten im Bus oder auch Zeiten sein, in denen Sie im Hotel/Hostel ganz alleine sind. Diese zwangsweise Auseinandersetzung mit der Einsamkeit und der eigenen Persönlichkeit führt dazu, dass Sie sich selbst und Ihre eigene Psychologie besser kennen lernen und sich ganz automatisch mit ihr auseinandersetzen.

5. Bereicherung des emotionalen Lebens

Beziehungen zu Menschen aus einem anderen Sprach- und Kulturraum sind emotional anstrengend, aber auch unheimlich bereichernd. Ich selbst habe zum Beispiel nach 15 Jahren Abstinenz in meiner Beziehung zu einer Kolumbianerin erstmals wieder geweint. Man lernt, auch beziehungstechnisch nicht mehr so sehr abstrakt rational zu denken, sondern vielmehr auf seine Emotionen und Gefühle zu hören. Zudem lernt man, das deutsche Sicherheitsdenken ein wenig hinter sich zu lassen und viel eher den Augenblick zu leben. Ich war auf meinen Reisen oft in der Situation, morgens nicht zu wissen, wo ich abends schlafen kann, ob noch ein Bus fährt oder wo ich etwas zu essen bekomme. Das Leben ist nicht planbar und je eher wir es schaffen, die Angst vor einer unbekannten Zukunft zu verlieren und einfach Vertrauen in unsere Fähigkeiten und Intelligenz zu schöpfen, um so eher gelingt es uns, den jeweiligen Moment zu genießen und sich weniger Sorgen zu machen, was passieren könnten, wenn…

6. Verbesserung der Social Skills

Wenn Sie es schaffen, im Ausland in Kontakt mit Menschen zu treten und diesen auch zu halten, werden Sie damit in Deutschland viel weniger Probleme haben. Warum dann nicht gleich in Deutschland damit anfangen? Ihre Situation im Ausland ist eine Art Konfrontationstherapie. Sie werden über kurz oder lang zwangsweise in die Lage kommen, Menschen von sich aus ansprechen zu müssen, wenn Sie nicht vereinsamen wollen. Sie werden praktisch täglich mit derartigen Situationen konfrontiert. Umso schöner ist es, wenn man nach einiger Zeit feststellen kann, dass einem das Ansprechen fremder Personen gar nichts mehr ausmacht. Sie werden mit der Zeit immer mehr mentale Ressourcen auf den Gesprächspartner und das Gesprächsthema widmen können statt auf die eigene Unsicherheit und Angst.

7. Stärkung der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen

Auch, wenn es lapidar klingt: Sie sind im Ausland viel häufiger mit Entscheidungen konfrontiert. Sie müssen sich entscheiden, welches das nächste Ziel sein soll, in welchem Hotel/Hostel Sie unterkommen möchten, wie lange Sie bleiben, ob Sie mit jemandem in Kontakt bleiben wollen oder nicht… Der Vorteil dieser Entscheidungen ist, dass Sie so gut wie keine Bedeutung haben. Egal, ob Sie nach A oder B fahren, Sie werden wahrscheinlich eine schöne Zeit erleben. Und wenn man es sich recht überlegt, lässt sich diese Einstellung auch auf die scheinbar so wichtigen Entscheidungen übertragen. Wenn Sie sich zwischen zwei Alternativen nicht entscheiden können, sind wahrscheinlich beide nicht furchtbar schlecht. Auf Reisen und im Ausland lernen Sie, viel mehr aus dem Bauch heraus zu entscheiden und auf Ihre Gefühle zu hören , einfach, weil Ihnen durch Sprach- und Kulturbarriere viel weniger sachliche Informationen zur Verfügung stehen als in einer entsprechenden Situation im Heimatland.
8. Bei Rückkehr Dinge anders sehen

Nach einer längeren Abwesenheit sehen Sie Dinge mit anderen Augen, können Situationen durch die gemachten Erfahrungen besser einschätzen und gehen ganz allgemein mit offeneren Augen durch die Welt. Sie nehmen Kleinigkeiten wahr, die Ihnen vorher nicht aufgefallen sind und messen diesen viel mehr Bedeutung zu, während Dinge, die Ihnen vorher wichtig vorgekommen sind, Ihnen plötzlich unwichtig erscheinen.

9. Deutschland schätzen lernen

Viele Menschen wünschen sich eine lange Reise oder gar die Auswanderung, weil Sie von Deutschland frustriert sind. Ich selbst bin viel auch nachts in lateinamerikanischen Großstädten unterwegs gewesen und weiß die Sicherheit, die Deutschland bietet, durchaus zu schätzen. Oder ein anderes Thema, die berühmte deutsche Bürokratie, über die wir uns so furchtbar gerne aufregen. Ich kann Ihnen nach einer Einwanderungsprozedur in Uruguay (Einwanderungsbedingungen Uruguay )und einem Motorradkauf in Argentinien sagen, dass hier der Formularberg, den Sie bewältigen müssen, um z. B. ein Auto zu kaufen, mindestens doppelt so groß wird wie in Deutschland. Trotzdem brauchte es für mich den Auslandsaufenthalt, um Dinge, über die ich mich früher aufgeregt habe, mittlerweile an Deutschland zu schätzen. Allein das neue Bild von Deutschland, das man bekommt, wenn man eine Zeit im Ausland verbringt, ist es schon wert, Deutschland eine Zeit lang zu verlassen.

10. …und wenn Sie bis jetzt nichts überzeugt hat, dann bleibt immer noch das Wetter:

Es gibt wenige Plätze auf dieser Welt, an denen ich das Wetter noch schlimmer finde als in Norddeutschland, die folgenden – meine häufigsten Aufenthaltsorte – gehören mit Sicherheit nicht dazu:

Wetter in Salta: Salta-wetter
Wetter in Montevideo: Montevideo-Wetter

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Job-Sharing für Reisende und Auswanderer

Die Idee: Ausnutzen der sehr günstigen Lebenshaltungskosten in Schwellenländern bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung oder Schaffung eines internet-basierten Einkommens aus Deutschland oder anderen westlichen Ländern (ich nenne das einfach mal: meine eigene kleine Globalisierung). Auf diese Weise lassen sich etwa sehr hohe Sparquoten für die Ansparung eines Vermögens (z. B. für die Altersvorsorge) erreichen oder auch Sabbatjahre finanzieren.

Ich habe mittlerweile drei Jahre Erfahrung in der selbstständigen Arbeit als Übersetzer im Ausland (6 Jahre insgesamt) und Kunden rein über das Internet gewonnen und gehalten. Die reine Internet-basierte Kundenkommunikation bietet zum Einen eine hohe Effizienz im Umgang mit dem Kunden, zum anderen aber einen für mich noch wesentlicheren Vorteil: eine freie Standortwahl. Mein Ausgaben/Einnahmenverhältnis liegt seit der Verlegung meiner Haupttätigkeitsstätte ins Ausland bei etwa 1:5, bei Berücksichtigung von Rücklagen für die Altersvorsorge bei vielleicht 1:4 – 1:3, je nachdem, welchen Zielort ich mir dafür aussuche. Die Idee ist es, dieses Verhältnis wieder Richtung 1:1 zu schieben, dafür aber erheblich mehr Zeit zu haben. Erreicht werden soll das durch Job-Sharing, was bereits mit einem weiteren Partner erfolgreich betrieben wird. Idealerweise könnte ich mir etwa ein Verhältnis von Arbeitsjahren und Freizeitjahren (bzw. für den Aufbau weiterer Projekte verwendeten Jahren) von 1:1 vorstellen.

Die Vision

Ich stelle mir eine Zusammenarbeit mit etwa 4-5 Leuten im Bereich Übersetzungen vor, um auch bei längerer Abwesenheit oder Nicht-Verfügbarkeit keine Kunden zu verlieren. Für bereits angelaufene angelaufene Internt-Projekte (g2ar.net , fotos.g2ar.net , Ideen zum Geld sparen , gerstmann.net ) kann der Personenkreis aufgrund von nicht kritischen Kundenverhältnissen auch größer sein.

Wodurch möglich? – Wirtschaftliche Vorteile auf Einkommens- und Ausgabeseite

Einnahmen:

  • Erreichen von Einnahmen auf westlichem Niveau durch Bereitstellen von Dienstleistungen (hier: Übersetzungen oder IT-Bereich) über das Internet. Durch Optimierung kann sogar ein gebietsabhängiger Vorteil erreicht werden, etwa durch Ausnutzung der Zeitverschiebung zur Durchführung von dringenden Aufträgen über Nacht
  • Steuervorteile
  • Einsparungen bei Versicherungen: Keine Abgaben für Sozialversicherungen und wesentlich effizientere eigene Lösungen für Krankenversicherung und die Altersvorsorge.

Ausgaben:

  • Sehr günstige Kostenstruktur (in meinem Fall bei etwa 1:4 für Lebenshaltungskosten und 1:20 für Angestellte im Vergleich zu deutschen Verhältnissen)

Probleme

  • Qualitätssicherung für Kunden bei wechselnden Dienstleistern (-> Bewerbungen daher nur von Leuten mit entsprechenden Qualifikationen (IT oder technische Kenntnisse und Sprachkenntnisse für Übersetzungen; profunde IT- und Internet-Kenntnisse im IT-Bereich; wer sich auskennt, weiß, was damit gemeint ist. Dabei ist mir völlig egal, wie diese erworben wurden, es geht hier NICHT um formelle Abschlüsse, etc.)
  • Organisation

Aufgaben

  • Einrichtung eines Qualitätsmanagementsystems
  • Einrichtung einer organisatorischen Struktur, z. B. eines Ticketing-Systems mit festen Kernzeiten für Mitglieder des Teams

Wie geht es weiter?

Dieser Beitrag ist zunächst als Denkanstoß und zur Auslotung von evtl. vorhandenem Interesse bzw. als Anfang einer Diskussion (evtl. im Forum) gedacht. Bei Interesse können Sie mit entweder über das Kontaktformular direkt eine Email/Bewerbung schreiben oder mit einem Forumseintrag einen Beitrag zur Diskussion leisten.

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Häufige falsche Vorstellungen über die Arbeit als Selbstständiger

Viele Menschen, darunter vor allem langfristig in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen stehende, haben oft völlig falsche Vorstellungen über die Arbeit in der Selbstständigkeit. Ich selbst war das erste Mal noch in meiner Schulzeit als Selbstständiger tätig, in der ich mit einem Freund zusammen eine kleine Computer-Hardware-Firma unterhalten habe. Die Geschäftsidee war damals neben einer Beratung hinsichtlich Computer-Hardware, Computer-Einzelteile günstig einzukaufen, selbst zusammenzuschrauben und gewinnbringend zu verkaufen.

Ich war in der gleichen Zeit auch noch als Angestellter in einer Restaurantkette tätig und ich kann Ihnen versichern, dass die Arbeit als Selbstständiger erheblich erfüllender gewesen ist. Natürlich haben wir viel Zeit mit der Preisrecherche und Kundensuche verbracht. Aber die Rechnung, einen PC in 1 Stunde zusammenzubauen und damit 400 DM zu verdienen, hat mich damals in die Schiene der Selbstständigkeit gebracht…

In unserer Gesellschaft, in der Arbeit als Arbeitnehmer oft mit Sicherheit gleichgesetzt wird (Sicherheit ist eine Illusion), haben Menschen oft Vorstellungen über die Selbstständigkeit, die sich hartnäckig halten. Für mich, der ich seit drei Jahren auf Reisen bin und trotzdem quasi nebenbei meinen Lebensunterhalt verdient habe, sind diese teilweise völlig absurd. Lassen Sie uns im Folgenden einige davon einmal näher unter die Lupe nehmen:

Der Kunde ist König

Viele Menschen haben die Vorstellung, dass man als Selbstständiger den Launen des Kunden völlig ausgesetzt ist. Aber auch hier haben Sie die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit Kunden, die für Sie nicht produktiv sind, zu beenden und diese lieber an die Konkurrenz zu verweisen. Gerade in meiner Tätigkeit als Übersetzer gab und gibt es viele Kunden, die meinen, ich müsste für Sie erst einmal einen kostenlosen Übersetzungstest machen, bevor Sie sich von meinen Qualifikationen überzeugen lassen. Diese Anforderung hat sich jedoch als hervorragender Filter dafür herausgestellt, bei welchen Kunden sich eine Zusammenarbeit lohnt und bei welchen nur mit Stress zu rechnen ist. Kein einziger meiner langfristigen Kunden wollte zu Beginn der Zusammenarbeit eine kostenlose Testübersetzung. Im Gegensatz dazu habe ich gerade zu Beginn meiner Arbeit als Übersetzer viele Übersetzungstests für Agenturen gemacht, die mich anschließend angeblich in irgendeine Datenbank aufgenommen haben und von denen ich bis heute noch nichts wieder gehört habe. Sie entwickeln als Selbstständiger ziemlich schnell ein Gefühl dafür, welche Kunden Sie haben wollen und welche Sie lieber zur Konkurrenz schicken.

Selbstständige müssen viel länger arbeiten als Angestellte

Richtig ist, dass viele Selbstständige sehr lange arbeiten. Oft ist das jedoch der Fall, weil die Motivation eines Selbstständigen erheblich größer ist als die eines Angestellten. Es ist häufig schwer, sich von der Arbeit loszureißen, wenn man glaubt, dass das, woran man arbeitet, schon morgen neue Umsätze schaffen kann. Außerdem ist es bei Selbstständigen so, dass der Arbeitsbereich, in dem sie tätig sind, viel eher zu ihrer Persönlichkeit passt. Sie machen also praktisch eine Arbeit, die Ihnen sowieso Spaß machen würden. Arbeit wird nicht als Pflicht angesehen, sondern zumindest teilweise als erfüllende Tätigkeit.

Zudem ist es so, dass Ihnen als Selbstständiger viel mehr Freiheiten bleiben, Ihr Arbeitsumfeld selbst zu gestalten. Wenn Sie meinen, etwas effizienter auf andere Weise erledigen zu machen, installieren Sie eben das entsprechende System und müssen in Zukunft nicht mehr zehn Stunden in der Woche mit der Eingabe von Daten in ein veraltetes Computersystem verbringen, sondern nur noch eine halbe Stunde damit, dieses zu verwalten. Wenn Sie das versuchen, als Angestellter oder gar im öffentlichen Dienst zu machen, drohen Ihnen zumindest zwei Gefahren: Zum einen wird es häufig nicht gerne gesehen, wenn Sie sich selbst für klüger halten als Ihr Vorgesetzter und Sie können sich auf eine lange Diskussion über eingefahrene Strukturen machen (nach dem Motto: Das haben wir schon immer so gemacht und es hat sich bewährt…). Zum anderen müssen Sie sich überlegen, ob es wirklich so klug ist, Ihre eigene Arbeitszeit weg zu rationalisieren. Denn Sie werden als Angestellter schließlich nach Arbeitszeit bezahlt und nicht nach Produktivität. Wenn Sie kürzer arbeiten, bekommen Sie auch entsprechend weniger Geld.

Als Selbstständiger entscheiden Sie selbst, wie lange Sie arbeiten. Sie haben natürlich die Möglichkeit, sich selbst eine Tätigkeit zu suchen, in der Sie nur bezahlt werden, wenn Sie auch tatsächlich arbeiten. Wenn Sie z. B. als Arzt oder Rechtsanwalt selbstständig sind, bezahlen Sie Ihre Kunden nur dann, wenn Sie auch tatsächlich arbeiten. Es gibt jedoch kein Gesetz, dass Ihnen das vorschreibt. Sie haben alle Freiheiten, sich Systeme einzurichten, die dafür sorgen, dass auch dann Geld in Ihre Kasse fließt, wenn Sie im Urlaub sind, schlafen oder sonst etwas machen. Ist das nicht eine schöne Vorstellung: Ihr Geld im Schlaf zu verdienen?

Die Arbeit als Selbstständiger ist riskanter als die Arbeit als Angestellter

Die Sicherheit, die Sie in Ihrer Erwerbstätigkeit haben, hängt wesentlich davon ab, wer die Kontrolle über das hat, was Sie tun. Als Angestellter ist Ihr Einkommen im Wesentlichen nur von einer Person abhängig, Ihrem Chef. Wenn Ihr Chef entscheidet, dass er Sie nicht mehr benötigt, werden Sie über kurz oder lang Ihre Arbeit verlieren. Ob Ihr Chef Recht mit seiner Einstellung hat oder nicht, ist dabei völlig irrelevant. Ihr Einkommen purzelt ganz schnell von Ihrem Gehalt auf Sozialhilfeniveau. In der Selbstständigkeit dagegen haben Sie selbst die Kontrolle über Ihre Arbeit. Sie können nicht gefeuert oder versetzt werden. Sie müssen sich viel mehr Menschen als nur Ihren Chef zum Feind machen, um Ihnen selbst den Hahn abzudrehen. Wenn ein Kunde Ihre Leistung nicht mehr möchte, na gut, dann soll er zur Konkurrenz gehen und diese mit seinen Kapriolen belästigen. Es ist erheblich beruhigender und meiner Meinung nach mit erheblich mehr Sicherheit verbunden, eine Vielzahl an Kunden zu haben, die Sie bezahlen, als nur von einem einzigen Chef oder Vorgesetzten abhängig zu sein.

Die Arbeit in der Selbstständigkeit ist mit viel Stress verbunden

Nun, während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich gerade in einem Cafe in Buenos Aires und überlege mir, wo mich mein Leben als nächstes hinführen könnte… Stressig ist es, von seinem Einkommen als Arbeitnehmer nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben kaum leben zu können und trotzdem nicht die Zeit zu haben, sich Gedanken über eine Alternative zu machen. Selbst bei gleichem Einkommensniveau bin ich der Meinung, dass die Arbeit als Selbstständiger mit erheblich weniger Stress verbunden ist, einfach, weil Sie selbst vielmehr Einfluss und Kontrolle über Ihr Leben haben. Wenn Sie gerade sehr viel Stress in einem anderen Bereich Ihres Lebens haben, haben Sie als Selbstständiger immer die Möglichkeit, eine Arbeit auch einmal nicht anzunehmen und sich mehr Zeit für etwas anderes zu nehmen. Sie haben die Freiheit, Ihre Arbeitszeiten selbst festzulegen oder entsprechend Ihrer Bedürfnisse zu verkürzen oder zu verlängern. Keiner kann Sie dazu zwingen, etwas zu tun, wofür Sie gerade keine Zeit haben oder sich nicht produktiv fühlen. Sie haben die Möglichkeit, sich Ihre Arbeitsumgebung selbst auszusuchen und so einzurichten, wie es für Sie am produktivsten ist. Das Schöne jedoch ist, dass Ihr Einkommen als Selbstständiger normalerweise viel höher ist als das eines Angestellten, einfach, weil Sie Ihre Produktivität im Gegensatz zur Tätigkeit als Angestellter nicht mit vielen anderen teilen und daneben viel mehr Möglichkeiten haben, Ihr Einkommen auch steuerlich günstiger zu gestalten.

Selbstständigkeit ist zu kompliziert und Sie ersticken in Papierkram

OK. Unser Steuersystem und die vielen Regelungen für Selbstständige können zunächst abschreckend wirken. Aber ist das nicht im Wesentlichen nur eine Ausrede für Sie, diesen Weg aus Bequemlichkeit nicht zu gehen? Wenn Sie klein anfangen, ist der bürokratische Aufwand zunächst einmal überschaubar. Sie melden sich beim Finanzamt etwa als Freiberufler an, bekommen eine Steuernummer zugesandt und müssen die Fristen für die Umsatzsteuer- und Einkommenssteuererklärungen sowie die entsprechenden Voranmeldungen einhalten. Das Finanzamt gibt Ihnen heute sogar die Möglichkeit, alle diese Dinge von zu Hause aus elektronisch über das Internet zu erledigen. Ich habe in der ersten Zeit in Südamerika, als ich meinen Wohnsitz noch in Deutschland hatte, alle steuerlichen Angelegenheiten selbst über das Internet oder per Post erledigt. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Aber vernachlässigen Sie diesen Bereich auch nicht. Wenn Sie von Anfang an eine ordentliche Buchführung über Ihre Kunden führen, ist die Steuererklärung am Ende des Jahres schnell erledigt. Bei mir sind es vielleicht 5 % meiner Arbeit, die ich mit Formalitäten, Rechnungschreiben und sonstigem Papierkram verbringe. Ist das ein Grund dafür, auf die vielen Freiheiten, die sich Ihnen als Selbstständiger bieten, zu verzichten? Zudem werden Ihnen diese Sachen mit der Zeit immer leichter von der Hand gehen. Wenn Sie einmal eine Steuererklärung als Selbstständiger abgeben haben, wird Ihnen die zweite viel leichter fallen. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass im Finanzamt auch nur Menschen arbeiten. Wenn man sich persönlich mit seinem Anliegen an seinen Sachbearbeiter wendet, ist mir bisher noch immer Verständnis auch für ausgefallene Situationen entgegen gebracht worden.

Um sich selbstständig zu machen, müssen Sie viel Geld investieren

Das hängt natürlich von der Art des Unternehmens ab, das Sie aufbauen wollen. Ich habe mich bisher immer für Tätigkeiten entschieden, für die ich nicht viel Geld investieren musste. Für meine Übersetzungen z. B. brauchte ich zunächst nicht mehr als einen Laptop, der mir sowieso schon zur Verfügung stand (Anfängliche Investitionskosten = 0). Natürlich kamen mit der Zeit noch Kosten für spezielle Software usw. hinzu. Diese Kosten konnte ich jedoch alle aus laufenden Einnahmen bezahlen, sodass das finanzielle Risiko nahezu bei null lag. Auch für die jetzt laufenden Webprojekte sind die Kosten relativ gering. Die Registrierung einer Domain kostet Sie mittlerweile etwa 12 USD/Jahr und ein ordentlicher Hosting-Anbieter in den USA berechnet Ihnen 8 USD im Monat bei der Möglichkeit, beliebig viele Internetauftritte zu hosten. Sie sollten immer darauf achten, dass Ausgaben auch wirklich gerechtfertigt sind. Wenn Sie sich nicht sicher sind, holen Sie die Meinung dritter ein. Oft ergibt sich die Antwort dann von ganz alleine. Wenn Sie eine Ausgabe nicht vor anderen rechtfertigen können, ist sie wahrscheinlich nicht gerechtfertigt. Seien Sie jedoch auch nicht zu knauserig. Wenn Ihnen das Geld zur Verfügung steht und Ihnen eine Ausgabe viel Arbeitszeit erspart, die Sie produktiver einsetzen können, dann zögern Sie nicht, dieses Geld auch auszugeben. Es ist gut investiert.

Die Arbeit als Selbstständiger ist mit einem eingeschränkten Sozialleben verbunden

Viele Arbeitnehmer halten Ihr soziales Leben für reichhaltig, weil Sie auf der Arbeit viele Kollegen kennen lernen, mit denen Sie dann auch Ihre Freizeit verbringen und über die neuesten Probleme in der Firma diskutieren. Ich selbst bevorzuge auch hier die Freiheit, entscheiden zu können, wann und mit wem ich meine Freizeit verbringe. In der Selbstständigkeit haben Sie diese Freiheiten. Niemand kann Ihnen verbieten, sich kurzfristig einen Nachmittag frei zu nehmen, um sich mit Freunden zu treffen oder sonst einer Freizeitaktivität nachzugehen. Sie können sogar in ein sonnigeres Land ziehen, wenn Ihnen das soziale Umfeld in Ihrem Land nicht mehr gefällt. Ich selbst lebe z. B. seit etwa drei Jahren in Südamerika, wo es mir trotz der anfänglichen Sprachprobleme erheblich leichter gefallen ist, Bekannte zu finden und Freundschaften zu schließen. Das Vehikel Arbeit und Kollegen für Ihr Sozialleben täuscht Sie doch eher darüber hinweg, dass Ihre Probleme ganz woanders liegen, wenn Sie nur wenige Freunde haben sollten.

Auch wenn Sie am Beginn einer neuen Beziehung stehen, gibt Ihnen Ihre Selbstständigkeit die Möglichkeit, viel intensiver in diese einzusteigen – einfach dadurch, dass Sie diesem neuen Lebenspartner zumindest zeitweise viel mehr Zeit widmen können.

Als Selbstständiger müssen Sie alles selbst erledigen

Falsch. Sie sind lediglich dafür verantwortlich, dass alles Notwendige erledigt wird und bekommen auch die Konsequenzen unmittelbar zu spüren, wenn dies nicht der Fall ist. Es wäre jedoch dumm zu meinen, alles alleine erledigen zu müssen. Sie haben vielmehr die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Variante für Sie produktiver ist. Ich selbst benötige für meine Webseiten z. B. oft Übersetzungen ins Englische und ins Spanische. Es wäre unklug von mir, diese Übersetzungen alle selbst machen zu wollen. Auch wenn mein Englisch und Spanisch nicht schlecht sind, kann diese Arbeit von Muttersprachlern doch viel schneller, effizienter und fehlerfreier gemacht werden. Die Selbstständigkeit gibt Ihnen die Freiheit, sich den effizientesten Weg auszusuchen. Für mich ist es in diesem Fall wesentlich günstiger, einen muttersprachlichen Übersetzer zu engagieren und selbst eine Übersetzung ins Deutsche zu machen (Gesamtkosten +/- 0), als den viel langsameren und mühseligeren Weg zu gehen, diese Arbeit selbst machen zu wollen.

Geben Sie Ihrer Zukunft eine Chance

Fangen Sie klein an, mit einem Projekt, das Sie eventuell neben Ihrer regelmäßigen Arbeit als Angestellter machen können. Auf diese Weise ist das Risiko, das Sie eingehen, nahezu null. Ich habe schon viele Selbstständige getroffen, deren Geschäftsmodell vielleicht nicht so gut gelaufen ist. Trotzdem war darunter kein einziger, der den Schritt in die Selbstständigkeit bereut hat.

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Die Wichtigkeit des Sprachen-Lernens in einer globalisierten Welt

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben – Alexander von Humboldt

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie wenig Bedeutung auch in Schulen dem Erlernen von Fremdsprachen zugemessen wird. Gerade in einem zusammenwachsenden Europa gehören Fremdsprachen neben den technischen Qualifikationen, auf die ich in einem vorherigen Artikel schon eingegangen bin, zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen überhaupt. Trotzdem habe ich z. B. das Gymnasium verlassen, ohne vernünftig Englisch sprechen zu können. Dafür konnte ich den „Bellum Gallicum“ von Caesar und die Anfangsverse der Aenaeis von Vergil auswendig aufsagen…

Ich will damit nicht sagen, dass Latein nicht auf den Lehrplan der Schulen gehört und sicherlich hat mir mein Lateinleistungskurs, der zu den besten Leistungskursen meiner Schule gehört hat, auch sehr beim Erlernen des Spanischen geholfen, das ich mittlerweile fließend spreche. Es geht vielmehr darum, dass den Schülern im jungen Alter nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur eines fremden (Nachbar-)Landes so früh wie möglich beigebracht wird. Ein Austauschjahr sollte zumindest in Gymnasien zur Pflicht werden. Lassen Sie uns einmal anschauen, warum…

Welche Vorteile bringen mir Sprachkenntnisse?

Vorteile im Berufsleben

Man hört es immer wieder: Englisch ist Pflicht. Daneben sollten Sie möglichst noch eine weitere Sprache sprechen. Ich sage Ihnen: Wenn Sie Sprachen mit der Motivation lernen, im Beruf erfolgreich sein zu wollen, konzentrieren Sie sich lieber darauf, Ihr Englisch wirklich perfekt zu machen und fangen Sie erst danach eine andere Sprache an. Ich habe relativ früh mit dem Spanischen angefangen, weil mir gerade die lateinamerikanischen Kulturen viel sympathischer sind als die angelsächsischen , aber fürs Berufsleben gilt: ein perfektes Englisch ist besser als zwei mittelmäßig gesprochene Fremdsprachen. Fokussieren Sie sich aber nicht zu sehr auf das alleinige Lernen von Fremdsprachen. Wenn Sie z. B. allein Sprachen studieren und am Ende Ihres Studium sonst nicht viel vorweisen können, werden Sie es im Berufsleben schwer haben. Sprachen bringen am meisten, wenn Sie mit einer anderen Qualifikation, insbesondere auch Qualifikationen aus dem technischen Bereich, kombiniert werden. Der Markt ist z. B. überschwemmt von Übersetzern. Ein guter Übersetzer, der sich dazu noch in einem speziellen technischen Bereich sehr gut auskennt, ist schon schwerer zu finden. Es gibt eben wenige, die sich für beide Bereiche begeistern können, den sprachlichen und den technischen. Wenn Sie es schaffen, eine solche Kombination zu erreichen, werden Sie Erfolg haben. Auch in der Selbstständigkeit werden Ihnen Sprachen weiterhelfen, einfach, weil Sie Ihren potenziellen Kunden- und Lieferantenkreis erheblich erweitern und es Ihnen daneben erlauben, aus anderen Kulturen und Geschäftswelten Ideen und Anregungen zu sammeln.

Blick über den Tellerrand hinaus

Sprachen und dabei vor allem wirklich gut gesprochene Fremdsprachen ermöglichen Ihnen etwas, was nur wenige Menschen in Deutschland in Ihrem Leben tun…ein wirkliches Verlassen Ihres Kulturkreises und ein Eintauchen und Kennen lernen einer anderen Kultur. Die Sprache, in der Sie sprechen und denken, ändert nicht nur die Art und Weise, wie Sie etwas sagen, sie ändert auch die Form, in der Sie Gedanken denken. Man kann sogar so weit gehen, zu sagen, sie ändert Ihre gesamte Persönlichkeit. Mir sagt man nach, ich werde ganz anders wahrgenommen und sei eine völlig andere Person, je nachdem, welche Sprache ich gerade spreche. Und ich ertappe mich selbst dabei: Wenn ich lange Deutsch gesprochen habe und im deutschen Denkmustern bin, regen mich ganz andere Sachen auf, als wenn ich auf Spanisch denke. Ja, es ist sogar so, dass mir  einige Gedanken gar nicht kommen, je nachdem, in welcher Sprachwelt ich mich gerade befindet.

Freundschaften in aller Welt

Ich finde es für mein Leben unheimlich bereichernd, Freunde aus anderen Kulturkreisen zu haben. Im Moment sitze ich z. B. gerade in der Wohnung einer Freundin von mir in Buenos Aires und wir werden gleich ein typisch argentinisches Asado (Grillen) essen. Die Kinder stürmen schreiend und kreischend durch das Wohnzimmer, etwas, was ich mit bei mir zu Hause nicht wirklich vorstellen könnte.
Auch die Probleme der Menschen hier, sind bei uns (noch) nicht wirklich vorstellbar, in der Menschen doch eher auf recht hohem Niveau jammern. Ich habe z. B. eine Freundin in Salta, die alleine drei Kinder aufzieht, für Ihre Kinder manchmal nichts zu essen organisieren kann (”Weißt du was das für ein Gefühl ist, wenn deine Kinder dir sagen, sie haben Hunger, und du kannst Ihnen nichts geben?“), aber trotzdem eine Lebensfreude ausstrahlt, dass man meinen könnte, sie wäre die glücklichste Frau auf der ganzen Welt.

Sprachen lernen ist nicht schwer

…aber was wahrscheinlich unvermeidlich ist, um Sprachen wirklich gut zu lernen, ist ein Auslandsaufenthalt. Machen Sie sich nicht so viele Gedanken, vorher Sprachkurse zu buchen oder ähnliches, in denen Sie dann, wenn Sie von zu Hause buchen, wieder mit Landsleuten zusammenhocken. Fahren Sie einfach und lassen Sie sich ganz auf das Abenteuer Ausland ein. Suchen Sie sich ein kleines Zimmer in einer Familienunterkunft. In den meisten Ländern ist so etwas viel einfacher als bei uns. Wenn Sie sich unsicher sind, buchen Sie etwas für die ersten Tage, aber geben Sie sich diese Chance…

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Die Wichtigkeit technischer Kenntnisse in einer modernen Welt

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie gering die Kenntnisse auch junger Leute im Bereich Technik und Internet
sind. Erst gestern musste ich feststellen, dass eine Freundin von mir,
die Artikel für zwei andere Internet-Projekt, die auf den spanischen
Markt zielen, teilweise einfache Dinge wie das Registrieren auf dieser
Seite nicht hinbekommt. Oftmals muss man schon froh sein, wenn ein
E-Mail-Konto vorhanden ist, das regelmäßig abgefragt wird. Auf der
anderen Seite bekomme ich manchmal Bewerbungs-Mails für mein
kleines Übersetzungsunternehmen, die so formatiert sind, dass ich sie
einfach nicht öffnen kann, sodass ich schon froh sein muss, wenn mir
jemand seinen Lebenslauf wenigstens im Word-Format schickt. So als ob die Leute noch nie etwas von PDF-Dateien gehört hätten.

Ein anderes Beispiel sind Internetseiten, die gerade hier im
spanischsprachigen Bereich sehr oft mit Flash programmiert sind. Diese
oft inhaltlich sehr interessanten Seiten verstecken Ihren Content so
gut in Grafiken und Animationen, dass Suchmaschinen wie Google gar
keine Chance haben, die Inhalte zu indizieren.

Warum sind technische Skills in unserer heutigen Welt so wichtig und
warum sind diese Kenntnisse bei so wenig jungen Menschen heute zu
finden?

Nun, die Verwendung von Computern nimmt in den letzten zwei Jahrzehnten
für die Menschheit einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Dabei
wird es zwar zunehmend einfacher, Computer zu bedienen und von ihnen
Gebrauch zu machen, auf der anderen Seite wird das dahinter steckende
technische Know-How immer undurchsichtiger und schreckt durch seine
Komplexität Menschen ab, ein tiefer gehendes Verständnis für
Internettechnologien zu entwickeln. Diese Entwicklung führt dazu, dass
wir immer mehr zu einem Punkt kommen, an dem nur noch sehr wenige
Menschen auf der Welt die technischen Fähigkeiten haben, die hinter den
schönen Windows-Bildchen steckende Welt zu verstehen.

Warum lohnt es sich trotzdem, sich zumindest über dem Durchschnitt gehende technische Fähigkeiten anzueignen?

Sie können Arbeiten verrichten, die wesentlich höher bezahlt werden als in anderen Bereichen

Ich wohne hier in Südamerika mit einem Freund zusammen, der genau wie
ich über das Internet arbeitet. Im Gegensatz zu mir jedoch nicht im
Bereich Übersetzungen, was bisher der Bereich meiner Hauptbeschäftigung
war, sondern als Systemadministrator für Firmen in Deutschland. Das
Internet ermöglicht es, dass er Arbeiten von hier aus, also von einem
anderen Kontinent aus in Deutschland erledigt, so als ob er direkt
neben dem Server sitzen würde, den er verwaltet. Und obwohl ich mich
auf technische Übersetzungen spezialisiert habe, ein Bereich, der
aufgrund der Kombination Sprache und Technik sehr gefragt ist, war sein
Verdienst bisher für die gleiche investierte Zeit etwa 4- bis 5-mal so
hoch (auch, wenn ich ihn auf der Seite der Ausgaben wieder einhole, den
er zahlt ohne Sprachkenntnisse oftmals das Doppelte). Und das in einem
Land, wo der Stundenlohn einer ungelernten Arbeitskraft bei etwa 0,50
bis 1 € liegt. Ich habe mir einmal spaßeshalber ausgerechnet, wie lange
er arbeiten muss, um die gesamte Lebensarbeitsleistung einer Freundin
von mir zu erwirtschaften, die wohlgemerkt mit Studium im Bereich
Sozialarbeit tätig ist. Das Ergebnis ist erschreckend und man kann mit
Recht behaupten, ein Spiegel der Ungerechtigkeit oder auch der Macht
des Marktes in unserer Welt: Es waren ganze 5 Monate. Sein Studium hat
er übrigens nach einem Jahr abgebrochen, um direkt in die Wirtschaft
einzusteigen.

Bessere Organisation.

Sie können sich Kalender einrichten, die Sie nie wieder einen
Geburtstag vergessen lassen oder sich Antworten zu Problemen schnell
aus dem Internet suchen. Und das bei einem viel geringeren Zeitaufwand,
der Leute, die sich erst einarbeiten müssen, von einer Nutzung
derartiger Technologien Abstand halten lässt.

Sie können Zeit und Geld sparen.

Ein fundiertes technisches Wissen erlaubt es Ihnen, die Dinge, in die
andere Leute viel Zeit investieren oder für diese sogar einen teuren
kommerziellen Service in Anspruch nehmen müssen, in einem Bruchteil
dieser Zeit zu erledigen.

Ein technisches Interesse hilft Ihnen auch dabei, Lösungen für ganz
praktische Dinge zu finden. Ich nutze z. B. von hier aus einen
VoIP-Dienst, der mir kostenlose Gespräche nach Deutschland bietet.
Wohlgemerkt nicht von PC zu PC wie z. B. bei Skype, sondern Anrufe auf
ganz normale Festnetztelefone. Der Gesprächspartner bemerkt es so nicht
einmal, dass ich ihn nicht von einem ganz normalen Telefon aus anrufe.

Frustrationen vermeiden.

Wie oft habe ich schon Menschen getroffen, die bei ganz einfachen
Problemen einen riesigen Frust im Umgang mit Computern entwickelt haben
und ihr teures, im Supermarkt gekauftes vermeintliches Schnäppchen am
liebsten auf den Boden geworfen hätten. Technologie kann auch das
Gegenteil auslösen. Das Programmieren einer Lösung für ein Problem, die
Ihnen sehr viel Zeit für ermüdende Arbeiten erspart, kann ein sehr
erfüllendes Erlebnis sein.

Geld im Internet verdienen – Entwicklung automatischer Einkommensquellen

Technische Fähigkeiten versetzen Sie in die Lage, sich ein persönliches
Einkommenssystem zu schaffen, das unabhängig von Ihrer Arbeitszeit
funktioniert und Ihren Verdienst von Ihrer Arbeit abkoppelt. Sie
möchten ein Produkt online anbieten? Mittlerweile gibt es ganze Pakete
zu diesem Zweck, die kostenlos als Open Source aus dem Internet
herunterzuladen sind. Der Computer nimmt Ihnen dabei so gut wie alle
Schritte ab. Er begegnet dem Kunden, nimmt seine Kontaktdaten auf,
schreibt ihm eine Rechnung, überprüft den Eingang des Geldes auf Ihrem
Konto und versendet die Ware. Noch schöner wird es allerdings, wenn
das, was Sie anbieten, gar keine physikalische Ware, sondern reine
Informationen sind. Die Technik erlaubt es Ihnen, diese Ware (die
Informationen) unendlich mal neu zu erstellen und zu verkaufen, ohne
dass für Sie noch einmal Kosten entstehen. So können Sie noch jahrelang
von Informationswerten profitieren, die Sie einmal geschaffen haben.

Natürlich müssen Sie sich auch hier erst einmal einarbeiten. Es ist
jedoch leichter, als es zunächst den Eindruck macht. Ich selbst habe
mir die Fähigkeiten, die zum Aufbau dieser Webseite nötig sind, in
wenigen Wochen selbst angeeignet und dazu kein Informatikstudium
benötigt. Ein wenig Freude und technisches Verständnis, sowie die
richtige Einstellung und Motivation ist alles, was Sie benötigen. Ich
werde in einem der nächsten Artikel noch genaueres dazu schreiben und
Ihnen ermöglichen, meinen Weg vom Übersetzer zum Inhaber einer
profitablen Internetseite nachvollziehen lassen.

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Lernen, sich zu entscheiden

Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war. – Hans Krailsheimer

Stehen Sie oft vor dem Problem, sich nicht entscheiden zu können? Sie gehen jede Alternative zig Mal durch, aber es stellt sich heraus, dass Ihre Gleichung einfach zu viele Unbekannte enthält und es Ihnen unmöglich wird, abzuschätzen, welche Konsequenzen die eine oder andere Entscheidung haben könnte. Wir stehen alle täglich vor solchen Entscheidungen und selbst kleine Entscheidungen wie etwa, einen Abend nicht nach Hause zu gehen, sondern doch noch auszugehen, können manchmal größere Auswirkungen haben wie Entscheidungen, die uns selbst furchtbar wichtig vorkommen, wie z. B., ob wir unseren Job kündigen oder eine zerrüttete Ehe beenden sollen …

Wir alle sehen uns tagtäglich Entscheidungen gegenüber, deren Konsequenzen wir ganz unmöglich im Vorhinein abschätzen können. Besonders trifft das auf die “großen Entscheidungen” in unserem Leben zu, einen Karrierewechsel, einen Umzug oder auch die Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung. Wenn Sie einer derartigen Entscheidung begegnen, wie reagieren Sie normalerweise? Bleibt Ihnen etwas anderes über, als nur zu raten? Eine typische Reaktion ist es, erst einmal gar nichts zu tun. Wir sind zwar mit unserer derzeitigen Situation unzufrieden, aber die Alternative könnte ja noch viel schlimmer sein. Jede Entscheidung ist in gewisser Weise eine Entscheidung für das Verbleiben bei dem bisherigen oder für eine Änderung. Wenn wir uns nicht sicher sind, bleiben wir normalerweise bei dem, was wir kennen. Und genau das ist für viele Menschen ein entscheidender Punkt, warum Sie sich kaum oder gar nicht weiterentwickeln, warum Ihre Persönlichkeitsentwicklung an einem bestimmten Punkt im Leben stecken bleibt.

Das große Problem, was viele Menschen haben, ist, Entscheidungen mit einer falschen Sichtweise zu begegnen. Wir versuchen, möglichst nüchtern die Konsequenzen gegeneinander aufzuwägen, schreiben Zettelchen, auf denen wir Vor- und Nachteile gegeneinander aufwägen und sind am Ende nicht viel weiter als vorher.

Emotionale Entscheidungsfindung

Eine alternative zu diesem rationalen Weg besteht darin zu versuchen, sich emotional mit einer Entscheidung zu identifizieren. Versuchen Sie sich, in die jeweilige Alternative hereinzusetzen und nicht so sehr zu argumentieren, sondern zu fühlen. Fühle ich mich emotional in dieser Rolle, die ich dort in Gedanken eingenommen habe, gut, ist die Rolle kongruent zu meiner Persönlichkeit, oder eher nicht. Wenn Sie sich z. B. für Job, Studium, Arbeitsplatz oder Karriere entscheiden wollen, fragen Sie sich nicht zu sehr, nach den Vorteilen oder Nachteilen, die der Job, die Ausbildung oder die Karriere mit sich bring, sondern versetzen Sie sich in die jeweilige Situation hinein. Schließen Sie die Augen oder lassen Sie sie offen, aber stellen Sie sich selbst gedanklich in der jeweiligen Situation vor und fragen Sie sich: Ist das mein wahres Ich? Repräsentiert dieser Job meine Persönlichkeit, vertritt dieses Unternehmen meine Persönlichkeit, ist dieses Haus meine Persönlichkeit, ist dieser Freund meine Persönlichkeit, ist dieses Auto meine Persönlichkeit, ist das Essen, die ich zur mir nehme, meine Persönlichkeit, sind die Zigaretten, die ich rauche, meine Persönlichkeit, ist das Bier, das ich trinke, meine Persönlichkeit, bin das wirklich ICH….Wenn Sie Probleme haben, sich in die Situation hineinzuversetzen, fangen Sie an, Ihre Gefühle laut auszusprechen. Sagen Sie einfach das, was Ihnen durch den Kopf geht, unabhängig davon, ob es zunächst etwas mit der Situation zu tun hat oder nicht. Überwinden Sie dabei Ihre Scheu, sich lächerlich zu machen. Sie sind ganz alleine in Ihrem Zimmer. Tun Sie es einfach und Sie werden feststellen, dass es ein leichtes ist, auf diese Weise zu einer Entscheidung zu kommen und ganz nebenbei noch viel mehr über Ihre Persönlichkeit erfahren. Ob Sie den Mut aufbringen können, eine entsprechende Entscheidung wirklich in die Realität umzusetzen, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Der wichtige Punkt ist es, eine Entscheidung für sich getroffen zu haben, die Ihrer Persönlichkeit, Ihrem emotionalen Ich entspricht.

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Wege aus der Angst in ein erfülltes Leben

Die große Stärke der Narren ist es, dass sie keine Angst haben, Dummheiten zu sagen. – Jean Cocteau

Es ist besser, hinzufallen und wieder aufzustehen als gar nicht erst los zu laufen.

Tatsächlich ist Angst in unserer modernen Gesellschaft vor allem ein Problem intelligenter Menschen. Ihnen wird bereits von Kindesalter an beigebracht, Risiken zu vermeiden. Wer Risiken eingeht, wird als dumm angesehen. Sicherheit ist mehr wert als alles andere…

Lassen Sie sich z. B. von einer der vielen Versicherungsunternehmen beraten, werden Ihnen Versicherungen angeboten, von deren Existenz Sie bis dahin noch nicht einmal gehört haben. Wagen Sie sich ja nicht zu weit zum Fenster hinaus und bleiben Sie auf sicherem Terrain. Doch wenn man es sich genau überlegt, ist eine absolute Sicherheit weder möglich noch erstrebenswert…

Angst und Gefahren

Ein allzu großes Sicherheitsstreben geht nämlich damit einher, dass Sie Ihr Leben nicht mehr selber steuern, sondern nur noch auf Gefahren reagieren. Statt Ihr Leben in die Hand zu nehmen, selber zu handeln, bleiben Sie lieber in Sicherheit. Sie gründen nicht Ihr eigenes Unternehmen, sondern streben lieber eine “Karriere” als Beamter an und können sich schon mit Mitte zwanzig ausrechnen, welche Pension Ihnen einmal zustehen wird. Sobald Sie pensioniert sind, können Sie ja immer noch Ihr Leben beginnen und zur großen Weltreise aufbrechen, auch wenn Ihr Job bis dahin Sie nicht im Geringsten ausfüllt. Vielleicht nehmen Sie auch Ihre Ehepartnerin oder Ihren Ehepartner mit, von dem Sie sich nicht trennen konnten, aus Angst, nie wieder jemand anderen zu finden. Auch wenn Ihre Beziehung schon seit langem das Feuer verloren hat, das Sie einst mit solcher Leidenschaft erfüllt hat. Ein viel zu großes Risiko, sich gegen das System aufzulehnen und einen eigenen Lebensweg zu suchen. Folgen Sie der Masse, dann sind Sie in Sicherheit. Seien Sie dankbar für den Platz, den Ihnen das Schicksal zugewiesen hat. Vielleicht hält es ja für Sie in Zukunft doch noch etwas Positives bereit.

Natürlich gibt es im Leben Situationen und Risiken, die Sie lieber vermeiden sollten. Es ist jedoch ein Unterschied, ob jemand sich einfach gedankenlos in die schlimmsten Situationen manövriert oder einfach seinen Lebensweg geht, ohne ständig nur an die Gefahren zu denken. Angst lähmt Sie. Angst bringt Ihre Entscheidungsfähigkeit zum Stillstand. Angst vor oftmals gar nicht vorhandenen Gefahren. Wie würden Sie Ihr Leben gestalten, wenn Sie keine Angst hätten? Wenn Sie klar denken könnten, die gleiche Intelligenz besitzen würden, aber von dieser Emotion befreit wären? Würden Sie vielleicht Ihr eigenes Unternehmen gründen, fremde Frauen auf der Straße ansprechen oder sich einfach einmal mit einem Fremden unterhalten. Und jetzt überlegen Sie sich einmal, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn alles schief laufen würde. Wenn Sie wirklich der Versager wären, den Ihnen Ihr kleines Männchen im Ohr immer einredet. Sie wären exakt an der gleichen Stelle, an der Sie sich jetzt befinden! Wie oft haben Sie sich schon selbst davon überzeugt, etwas nicht zu tun – aus Angst, irgend etwas könnte schief laufen. Die Frau auf der Straße könnte Sie zurückweisen, die fremde Person findet Sie langweilig oder bei der Rede, die Sie halten sollen und – ja – möchten, fänden andere lächerlich. Der Mensch ist ein Genie darin, sich Situationen auszudenken, sich Argumente zurechtzulegen, etwas nicht zu tun. Wie viel leichter wäre es, einfach weiter zu gehen oder sich krank zu melden…und Ihr Leben an Ihnen vorbeilaufen zu lassen. Denken Sie einmal daran, welche Wende Ihr Leben nähme, wenn Sie alle diese Dinge täten…

Mut

Aber das erfodert Mut von Ihnen. Und die Schwierigkeit, diesen zu sammeln, liegt nicht innerhalb Ihres rationalen Denkens. Wirkliche Gefahren gehen von all den Situationen, über die wir uns zuvor Gedanken gemacht haben, nicht aus. Es liegt viel mehr in der Natur des Menschen, wie jedes andere Lebewesen bei Gefahr so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Ihre Aufgabe ist es, sich als Mensch über andere Lebewesen zu erheben. Das Problem dabei ist, dass Sie sich in einem Teufelskreis befinden, in den Sie immer tiefer geraten. Wenn Sie einmal der vermeintlichen Gefahr aus dem Weg gegangen sind, bringen Sie sich quasi selber bei, dies immer wieder zu tun. Sie haben sich damit abgefunden, einen Job zu machen, der Sie nicht ausfüllt, aber Ihnen die Gewissheit gibt, jeden Monat ein Auskommen auf dem Konto zu haben. Sie leben in einer Ehe, die Sie nicht mehr erfüllt, aber sind immerhin nicht ganz alleine in Ihrer Wohnung. Trotzdem gibt es immer wieder diese nagende Stimme, die Ihnen sagt: Das ist es nicht, was ich will. Ich will mehr, ich will raus aus dieser Enge, ich will Freiheit.

Wie gehen Sie mit dieser unbequemen Stimme um? Verdrängen Sie sie noch ein paar Jahre länger und stellen Sie mit Alkohol ruhig, setzen sich vor den Fernseher oder stürzen sich in Ihre Arbeit, die Sie nicht erfüllt. Fein, reden Sie sich doch selbst ein, dass das Leben Sie hart bestraft hat, dass für andere zu arbeiten Ihre Pflicht ist oder dass Sie jederzeit auch wieder mit dem Alkohol aufhören könnten, dass es sich nur um eine vorübergehende Phase handelt.

Konfrontation Ihrer Ängste und Aufbau von Mut

Der Weg aus diesem Teufelskreis ist die Konfrontation mit Ihrer Angst. Nehmen Sie allen Mut zusammen und fordern Sie diese innere Stimme heraus. Fragen Sie sie, was sie Ihnen wirklich mitteilen möchte. Lassen Sie sich Zeit, suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie ungestört sind, und vor allem: Halten Sie Ihre Gedanken schriftlich fest. Diese innere Stimme hat Ihnen viel zu sagen. Das Aufschreiben dieser Gedanken ist deshalb so wichtig, weil Ihnen mit Sicherheit Ihr eigener Verstand später wieder mit Millionen von Gründen kommt, die dem, was Sie da von Ihrer inneren Stimme erfahren haben, entgegen sprechen. Sie wissen jetzt, dass Ihre Ehe nicht mehr funktioniert und Sie nicht glücklich sind…aber was würde eine Scheidung kosten? Sie wollen sich sozial engagieren, für andere Menschen dasein, anderen helfen und Ihren lukrativen Job als Banker aufgeben – aber wer bezahlt die Schulden für das Haus? Sie sollen sich andere Freunde suchen – aber bin ich dann nicht alleine? Hören Sie nicht auf die Streiche, die Ihre Gedanken im Nachhinein mit Ihnen spielen möchte. Diese innere Stimme, der Sie jetzt zum ersten Mal in Ruhe zugehört haben, hilft Ihnen, Ihr Leben kongruent an Ihrer Persönlichkeit auszurichten. Versuchen Sie das, was diese Stimme Ihnen sagt, knapp zusammenzufassen – vielleicht in einem Satz, vielleicht auch nur in ein, zwei oder drei Worten: Haus verkaufen, verreisen, Beziehung abbrechen, Freundschaft beenden, Tanzen lernen, Fallschirm springen, Job wechseln, Menschen ansprechen. Schreiben Sie dieses Fazit in großen Buchstaben unter Ihre gemachten Aufzeichnungen.

Wege aus der Angst in ein erfülltes Leben

Es gibt viele Wege aus der Angst. Wichtig ist es, dass Sie verstehen, dass Mut ein rationaler Prozess ist und kein emotionaler wie die Angst. Ihr Ziel muss es also sein, Ihre emotionale Angst mit rationalem Denken zu überwinden. Sie setzen Ihre Intelligenz, Ihr logisches Denken ein, um sich klar zu machen, dass Ihre Angst unbegründet ist, und tun etwas, obwohl Ihre Emotionen eigentlich dagegen sprechen. Das wird im Endeffekt dazu führen, dass Sie Ihre negativen Emotionen abbauen und schließlich ganz verlieren.

Das ist zwar logisch und hört sich einfach an, wird Ihnen aber trotzdem zunächst nicht weiterhelfen, wenn Sie plötzlich eine Rede vor einer riesigen Gruppe halten sollen. Sie werden die Angst trotzdem weiter verspüren, auch wenn Sie sich noch so oft rational klar machen, dass von dieser Situation eigentlich gar keine Bedrohung ausgeht. Betrachten Sie Ihren Mut als Muskel, der trainiert werden will. Genau so wie Sie, wenn Sie mit dem Laufen anfangen, nicht gleich am ersten Tag einen Marathon laufen, sollten Sie versuchen, Ihre Angst schrittweise zu überwinden. Sie müssen ja nicht gleich damit beginnen, Ihre Traumfrau vor allen Ihren Freunden nach einem Date zu fragen oder Fremde auf der Straße einfach anzusprechen. Beginnen Sie z. B. damit, nicht mehr vor sich hin auf den Boden zu schauen, wenn Sie durch die Straßen gehen, sondern Menschen auf der Straße anzulächeln. Der nächste Schritt könnte sein, diese mit einem einfachen “Hallo” zu grüßen und danach weiter zu gehen. Setzen Sie diesen Prozess langsam fort, bis Sie sich in der Lage fühlen, mit jedem zu jeder Zeit ein Gespräch anzufangen. Wenn Sie sich überfordert fühlen, gehen Sie einen Schritt zurück und trainieren Sie eine leichtere Übung. Wenn Sie möchten, setzen Sie sich jetzt gleich hin, nehmen Sie Papier und Stift zur Hand und schreiben Sie auf, was Ihnen Angst bereitet. Anschließend überlegen Sie sich, wie Sie daraus so etwas wie einen Trainingsplan machen können. Überlegen Sie sich zehn immer schwieriger werdende Trainingsziele und gehen Sie diese im Laufe der Zeit immer weiter durch. Sie erreichen dadurch zwei Effekte: Zum ersten werden Sie selbst bei leichteren Übungen Ihre Angst schrittweise abbauen. Dies wird Sie in die Lage versetzen, in Zukunft viel lockerer und angstfreier auf Situationen zu reagieren und schließlich das zu tun, was Sie sich wirklich wünschen. Sie ändern Ihr Verhalten von einem reaktiven vermeidenden Verhalten (Flucht) hin zu einem bewussten Leben.

Ein zweiter Ansatz ist es, sich über das, was Ihnen Angst macht, näher zu informieren. Diese Methode eignet sich insbesondere dann, wenn ein Großteil Ihrer Angst in unbekannten Faktoren begründet ist. Sie haben Angst, Ihren Job zu kündigen, weil Sie nicht wissen, was Sie danach erwartet. Sie wollen gerne als Selbstständiger arbeiten, aber der Schritt erscheint Ihnen zu risikoreich und zu gewagt? Beginnen Sie damit, sich mit anderen Selbstständigen zu unterhalten, Erfahrungen zu sammeln. Sammeln Sie Informationen zu dem Geschäftsbereich, indem Sie sich selbstständig machen wollen. Besuchen Sie Vorträge. Suchen Sie sich einen Mentor. Nach einer Zeit werden Sie sich so informiert fühlen, dass der Schritt, Ihren Job zu kündigen, nicht mehr als DAS große Risiko erscheint, sondern nur noch als ein notwendiger Schritt auf dem Weg, sich selbst zu verwirklichen.

Wichtig bei diesen Prozessen ist, dass Sie sie bewusst durchführen. Erliegeen Sie nicht der Versuchung, sich darüber zu beschweren, dass Dinge zu kompliziert oder zu schwer sind. Es handelt sich dabei lediglich um Ihre Ansicht der Welt, um Ihre Gedanken. Angst vor etwas liegt nicht im Objekt selbst begründet, sondern vielmehr in Ihrer emotionalen Reaktion.

Wo führt Sie dieser Prozess hin?

Die Antwort auf diese Frage lautet: in ein erfüllteres und sinnvolleres Leben. Das Ablegen Ihrer Ängste wird es Ihnen erlauben, nicht mehr nur in Reaktion auf Ihre Emotionen zu leben, sondern Ihre Talente und Stärken zu trainieren, auszuleben und Ihre wahren Wünsche zu verwirklichen. Der Aufbau von Mut ist ein Prozess, den Sie alleine gehen müssen. Es ist ein Sieg über sich selbst. Ihr Lebensziel, ihren Sinn im Leben müssen Sie für sich selbst herausfinden. Sie werden damit konfrontiert, dass Sie am Ende ganz alleine für Ihr Leben verantwortlich sind, auch wenn Sie vieles z. B. mit Ihrem Partner teilen können. Ob Sie diese Verantwortung zeitweise auf andere übertragen – das kann z. B. Ihre Arbeit oder Ihr Partner sein, von denen Sie sich beeinflussen lassen – und ein reaktives Leben führen, liegt ganz alleine in Ihrer Hand. Aber Sie sind auch derjenige, der die Konsequenzen zu tragen hat. Wenn Sie sich dagegen für ein bewusstes Leben entscheiden und sich wirklich dazu entschließen, Ihr eigenes Potenzial, Ihre Stärken voll auszunutzen, werden Sie die Erfahrung machen, dass Sie auch andere Menschen ganz wesentlich beeinflussen werden. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Leben. Ihr Lebensweg ist nicht von Ihren Eltern, von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin oder den widrigen Umständen bestimmt, sondern ganz allein von Ihnen selbst. Wenn Sie diesen Weg gehen, wird sich von Zeit zu Zeit die Versuchung einstellen, zur vermeintlichen Sicherheit eines reaktiven Lebens zurückzukehren. Wenn Sie jedoch einmal von einer wirklichen Selbstverwirklung gekostet haben, wird ein derartiges Leben für Sie irgendwann seinen Reiz verlieren und für Sie uninteressant werden. Ihre Angst wird die Macht verloren haben, Sie auf Ihrem Lebensweg aufzuhalten.


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